Zum Hauptinhalt springen

Buschfeuer in Australien vereinen sich zu «Mega-Brand»

Zwei Feuer in New South Wales und Victoria haben sich vereint. Ein Arzt erklärt, wie gefährlich der Rauch und die Hitze sind.

Mindestens 25 Menschen und über 17 Millionen Säugetiere sind gestorben: Australien kämpft weiter gegen die Brände. Video: Tamedia

Die hohen Temperaturen und starker Wind machen den Feuerwehrleuten in den Brandgebieten Australiens weiterhin schwer zu schaffen. An den Grenzen der beiden Bundesstaaten New South Wales und Victoria vereinten sich in der Nacht auf Samstag drei Brände zu einem «Mega-Brand», der eine Fläche von mehr als 600'000 Hektaren umfasste.

In einigen der von den verheerenden Buschbränden betroffenen Gebieten erreichten die Temperaturen am Freitagabend 44 Grad, Windgeschwindigkeiten von 90 Kilometern wurden dazu registriert. Ab Samstag allerdings wurde eine Abkühlung erwartet.

Satellitenfoto der Brände in den Bundesstaaten New South Wales und Victoria. (4. Januar 2020) Bild: Digital Globe/Maxar/Reuters
Satellitenfoto der Brände in den Bundesstaaten New South Wales und Victoria. (4. Januar 2020) Bild: Digital Globe/Maxar/Reuters

In der Nacht auf Samstag mussten Bewohner der Stadt Wodonga wegen der Brände in Sicherheit gebracht werden. In New South Wales waren mehr als 3500 Feuerwehrleute im Einsatz. Dort loderten am Samstagmorgen noch immer über 140 Brände.

Seit Beginn der grossen Buschfeuer im Oktober verbrannten in ganz Australien mehr als zehn Millionen Hektaren Land, das entspricht zweieinhalb Mal der Fläche der Schweiz. Tausende Häuser wurden zerstört. Bilder der US-Weltraumbehörde Nasa zeigen, wie der Rauch 17 Kilometer in die Atmosphäre steigt.

So gross ist der Brand in Australien – im Vergleich zu unserem Wald

Wie aussergewöhnlich ist diese Brandsaison wirklich? Wie lange geht es noch so weiter? Wir beantworten die wichtigsten Fragen zum Inferno in Australien.

Arzt äussert sich

Seit Beginn der grossen Buschfeuer verbrannten in ganz Australien Millionen Hektar Land. Der Rauch zieht auch in die Städte. Ein Arzt erklärt die Gefahren für die Gesundheit.

Die Gesundheit der von den Buschbränden in Australien betroffenen Bevölkerung dürfte aus Sicht eines deutschen Arztes nicht nur wegen des Rauchs leiden. Auch die extreme Hitze könnte den Menschen zu schaffen machen. Rauch plus Hitze sei «eine immense gesundheitliche Gefährdung», sagte der Lungenspezialist Leif Sander von der Charité in Berlin. «Extremtemperaturen sind eine zusätzliche Belastung, vor allem für chronisch kranke Patienten.»

Gefahr für Kleinkinder

Die Feuer in Australien führten dazu, dass in der Küstenmetropole Sydney die berühmte Oper von Rauch umhüllt war. Die Luft war nach Angaben der Gesundheitsbehörden zum Teil bedrohlich schlecht. In der rund 300 Kilometer entfernten Hauptstadt Canberra trugen die Menschen Schutzmasken. Die Rauchfahne erreichte Anfang der Woche sogar das 11'000 Kilometer entfernte Chile und Argentinien.

«Was man weiss, ist, dass sich während solcher Ereignisse mehr Menschen im Krankenhaus vorstellen, dass sich Beschwerden verschlimmern und dass solche Ereignisse gesundheitliche Langzeiteffekte haben können», sagte Sander. Letzteres gelte vor allem für ungeborene Kinder und Kleinkinder.

Bei gesunden Erwachsenen gehe man davon aus, dass sich die Lunge nach einer akuten Rauchbelastung über die Zeit wieder regenerieren könne, sagte der Experte. Zu akuten Folgen zählten typischerweise Symptome der oberen und unteren Atemwege. «Die Schleimhäute können akut gereizt werden, weil im Rauch hohe Feinstaubkonzentrationen und giftige Gase enthalten sind», schildert Sander. Die Patienten litten an Husten und eventuell Atemnot, hätten eine laufende Nase und tränende Augen. Je nachdem wie intensiv der Brand und wie nah die Menschen dran sind, könne es auch zu Rauchgasvergiftungen kommen.

Ähnliche Erkrankungen wie bei Rauchern

«Das Verbrennen von Holz und von Bäumen setzt Schadstoffe, wie Feinstaubpartikel, frei, die zu Gesundheitsschäden führen können», erläutert Sander. Aus Regionen der Welt, wo noch viel auf offenem Feuer gekocht wird, sei bekannt, dass die Menschen dort ähnliche Erkrankungen bekommen wie zum Beispiel Menschen, die sehr hohen Verkehrsbelastungen ausgesetzt sind oder die Zigaretten rauchen.

Als besonders gefährlich beurteilt der Mediziner Feinstaubpartikel mit einer Grösse unter 2,5 Mikrometer: Diese könnten bis in die Lungenbläschen gelangen und womöglich auch ins Blut übertreten und langfristige Schäden hervorrufen.

«Schwangeren und Menschen mit Kleinkindern würde ich empfehlen, falls möglich, sich ganz aus dem Gebiet zu entfernen», sagte Sander. Erwachsene, besonders jene mit chronischen Lungenerkrankungen, sollten am besten spezielle Atemschutzmasken tragen, die vor Feinstaub schützen.

Schon allein durch die Rauchbelastung verschlechtere sich auch häufig der Zustand von Menschen mit vorbestehenden Lungenerkrankungen, sagte der Mediziner. Asthmatiker könnten etwa Asthma-Attacken mit Atemnot bekommen. Ebenfalls gefährdet in solchen Situationen seien Patienten COPD oder Lungenfibrose, aber auch Patienten mit chronischen Herz-Kreislauf-Erkrankungen.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch