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Grösster US-Staudamm droht zu brechen – Notstand ausgerufen

In Kalifornien ist der Damm des Oroville-Stausees nach tagelangen Regenfällen an seine Belastungsgrenze gestossen. 188'000 Menschen müssen sich in Sicherheit bringen.

Tosende Wassermassen: Der Oroville-Staudamm in Kalifornien droht zu brechen. Video: Tamedia/AFP.

US-Behörden haben in der Nacht auf Montag 188'000 Menschen unter dem Oroville-Staudamm in Kalifornien gebeten, ihre Häuser zu verlassen, um sich vor einem drohenden Dammbruch in Sicherheit zu bringen. Gouverneur Jerry Brown rief am späten Sonntagabend (Ortszeit) den Notstand für die Bezirke Butte, Sutter und Yuba aus.

Der Notabflusskanal des Staudamms weise starke Erosionsschäden auf, warnte der nationale Wetterdienst am Sonntag (Ortszeit). Bei einem Bruch müsse mit einer nicht kontrollierbaren Überflutung gerechnet werden. Die Anlage liegt rund 125 Kilometer nördlich von Sacramento.

Ein Überblick der Bedrohung in Bildern:

Die Evakuierung ist vorbei, die Gefahr noch nicht ganz: Eine Familie musste im kalifornischen Chico ihr Zuhause wegen des brechend vollen Staudamms verlassen. (13. Februar 2017)
Die Evakuierung ist vorbei, die Gefahr noch nicht ganz: Eine Familie musste im kalifornischen Chico ihr Zuhause wegen des brechend vollen Staudamms verlassen. (13. Februar 2017)
Carlos Avila Gonzalez/San Francisco Chronicle via, Keystone
Der Feder-Fluss strömt durch Oroville. Arbeiter eilen, um gebrochene Stellen des grössten Staudamms der USA zu reparieren. (14. Februar 2017)
Der Feder-Fluss strömt durch Oroville. Arbeiter eilen, um gebrochene Stellen des grössten Staudamms der USA zu reparieren. (14. Februar 2017)
AP Photo/Marcio Jose Sanchez, Keystone
Der Chef des kalifornischen Wasserdepartements an einer Pressekonferenz. (12. Februar 2017)
Der Chef des kalifornischen Wasserdepartements an einer Pressekonferenz. (12. Februar 2017)
Rich Pedroncelli/AP, Keystone
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Um eine Katastrophe zu verhindern, ordnete die kalifornische Wasserbehörde DWR die kontinuierliche Reduzierung des über den kaputten Kanal abfliessenden Wassers an. Der beschädigte Kanal war erst in der vergangenen Woche zum Einsatz gekommen, zum ersten Mal in der Geschichte des 48 Jahre alten Staudamms. Er sollte eigentlich den Hauptabfluss entlasten, der ebenfalls Schäden aufwies.

Die Massen wurden nach und nach wieder auf den Hauptabfluss umgeleitet – der allerdings erst in der vergangenen Woche wegen eines Loches geschlossen worden war. Der Notabfluss war damit nur wenige Tage im Einsatz, bis er zusammenzubrechen drohte.

Der 235 Meter hohe und rund 2300 Meter lange Damm staut den Oroville-See auf und dient der Stromgewinnung. Der Oroville-Damm ist der grösste Staudamm der USA.

«Sehr ernste Situation»

Sollte der beschädigte Abfluss den Wassermassen nicht standhalten, sei mit einer Flutwelle zu rechnen, die weite Teile der Region rund um den See treffen könne. In den drei genannten Bezirken wurden zahlreiche Notunterkünfte für die Einwohner bereitgestellt.

Brown sprach von einer «sehr ernsten Situation». Die Lage sei komplex und verändere sich sehr schnell. Die Mitteilung der Polizei war mehrfach mit dem Hinweis «Dies ist keine Übung» versehen.

Auf Dürre folgen Wassermassen

Das dürregeplagte Kalifornien war in den zurückliegenden Tagen in Teilen von heftigen Regenfällen überrascht worden. Bewohner mussten aus ihren Häusern gerettet werden, nachdem der Fluss San Lorenzo über die Ufer getreten war.

In dem Bundesstaat war fünf Jahre lang zu wenig Regen gefallen. 2014 wurde sogar ein Dürrenotstand ausgerufen. Die Einwohner wurden angewiesen, weniger Wasser zu verbrauchen.

SDA/mch

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