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Das Loverboy-System im Sexmilieu

Zuhälter wie der gestern vom Zürcher Bezirksgericht verurteilte Ungar treiben ein perfides Spiel. Ihren Opfern gaukeln sie die grosse Liebe und ein gutes Leben vor, am Schluss stehen Ausbeutung und Erniedrigung.

Loverboys treiben auch in der Schweiz ihr Unwesen: Prostituierte am Zürcher Sihlquai.
Loverboys treiben auch in der Schweiz ihr Unwesen: Prostituierte am Zürcher Sihlquai.
Keystone

Das Zürcher Bezirksgericht hat am Mittwoch einen 33-jährigen Ungarn verurteilt, der eine junge Roma-Frau zur Prostitution am Sihlquai in Zürich gezwungen hatte. Der zu zweieinhalb Jahren verurteilte Mann war nach klassischer ungarischer Zuhälterart vorgegangen, wie Staatsanwältin Silvia Steiner in der Gerichtsverhandlung sagte. «Er hat ihr Liebe vorgespielt und eine gute Zukunft versprochen.» Die junge Ungarin hatte die Annäherungsversuche des Mannes erwidert. Danach musste sie aber rasch feststellen, dass sie auf die Masche eines sogenannten Loverboys reingefallen war. Nachdem der Zuhälter die Frau mit Zuckerbrot nach Zürich gelockt hatte, beherrschte er diese immer mehr mit der Peitsche. Sie erlebte Ausbeutung und Erniedrigung, erlitt körperliche und seelische Verletzungen. Der Zuhälter hatte sie als Leibeigene behandelt.

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