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Der grösste Justiz-Thriller der Nachkriegszeit

In Frankreich steht derzeit André Bamberski vor Gericht. Er liess den Mann entführen, der seine Tochter tötete. Ins Gefängnis muss er kaum.

«Kann man einen Menschen verurteilen, der es der Justiz ermöglichte, ihre Aufgabe wahrzunehmen?»: André Bamberski vor Gericht. (22. Mai 2014)
«Kann man einen Menschen verurteilen, der es der Justiz ermöglichte, ihre Aufgabe wahrzunehmen?»: André Bamberski vor Gericht. (22. Mai 2014)
AFP

André Bamberski lächelte verschmitzt von der Anklagebank. Der 76-Jährige befand sich gestern im Palais de Justice von Mulhouse vor Gericht. Ihm drohte eine mehrjährige Haftstrafe wegen Entführung, Freiheitsberaubung, Körperverletzung und Bildung einer kriminellen Vereinigung. Trotzdem sah der Franzose nicht niedergeschlagen aus. Sein Gesicht strahlte eine tiefe Zufriedenheit aus. Sein Jahrzehnte dauernder Kampf hatte sich am Ende gelohnt, er hatte bekommen, was er wollte. Und jetzt fühlt er eine innere Genugtuung, die offensichtlich grösser war als die Furcht, ­hinter Gitter zu müssen.

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