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Der trockenste Frühling seit 1864

Am nächsten Dienstag beginnt der meteorologische Sommer. Es ist gleichzeitig das Ende eines Frühlings, der viele Wetterrekorde brach – aber nicht alle.

Feuerwehrleute befeuchten nach dem schweren Waldbrand Bäume ob Visp VS. (29. April 2011)
Feuerwehrleute befeuchten nach dem schweren Waldbrand Bäume ob Visp VS. (29. April 2011)
Keystone
Da legt kein Schiff mehr an: Ein Steg im Bodensee bei Arbon TG. (5. Mai 2011)
Da legt kein Schiff mehr an: Ein Steg im Bodensee bei Arbon TG. (5. Mai 2011)
Keystone
Es herrscht akute Waldbrandgefahr, weshalb in einigen Kantonen über Ostern nicht im Wald gebrätelt werden darf.
Es herrscht akute Waldbrandgefahr, weshalb in einigen Kantonen über Ostern nicht im Wald gebrätelt werden darf.
Keystone
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Der sonnige, warme Frühling hat Rekorde en masse gebrochen. Trotzdem gibt es Rekordwerte aus anderen Jahren, die auch dieses Jahr unangetastet blieben.

Meteorologisch geht der Frühling 2011 am nächsten Dienstag zu Ende. Wie SF Meteo am Samstag mitteilte, brachte er «Extremwerte in Hülle und Fülle». So war er vielerorts der trockenste Frühling seit Messbeginn im Jahr 1864, und in weiten Teilen des Landes war es rund 3,5 Grad wärmer als üblich.

Dennoch bleiben einige Spitzenwerte aus vergangenen Jahren ungebrochen. So wurde der Mai-Höchstwert von 35,1 Grad (2009 in Sitten gemessen) dieses Jahr nicht erreicht. Und auch den ersten Platz in der Kategorie wärmster Frühling muss 2011 mit 2007 teilen: Wie SF-Meteo-Meteorologe Felix Blumer auf Anfrage der Nachrichtenagentur SDA sagte, liegen die beiden Jahre über alle Messstationen gesehen «ex aequo» an der Spitze.

Beeindruckende Anzahl Sommertage

«Beeindruckend» nennt der Wetterdienst die Anzahl Sommertage im heurigen Frühling. In Sitten wurden 21 Tage mit Höchstwerten über 25 Grad gemessen und in Basel deren 16. In anderen Jahren sind es jeweils zwei bis vier Sommertage in dieser Zeit. Auch Hitzetage gab es einige: Am 9. April wurden in Locarno TI 31,8 Grad gemessen, und den Monatshöchstwert im Mai gab es am vergangenen Donnerstag mit 31,7 Grad in Döttingen AG.

Was die Sonnenscheindauer anbelangt, so hat 2011 dem Jahr 2007 praktisch überall den Rang abgelaufen. In Zürich etwa schien die Sonne während mehr als 700 Stunden - normal wären laut SF Meteo etwa 420 Sonnenstunden.

Verfrühter Alpaufzug

Auch auf die Landwirtschaft hat das warme Wetter einen Einfluss: Wegen des warmen Wetters ziehen Rinder, Schafe und andere Alptiere heuer sieben bis zehn Tage früher auf die Alp als üblich. Die Trockenheit hat in den Bergen kaum geschadet - im Gegenteil.

Sowohl in den Urner Alpen als auch in den Berner Alpen und in den Bündner Bergen kommen die Alptiere dieses Jahr wesentlich früher in den Genuss von kräuterreichem, saftigem Alpengras.

Der Landwirtschaftliche Informationsdienst (LID) hat sich für die aktuelle Ausgabe seines Newsletters bei Fachleuten umgehört. Im Kanton Bern sind einzelne Alpen bereits bestossen - wegen des Vegetationsvorsprungs beginnt der Alpsommer dort sieben bis zehn Tage früher als in anderen Jahren.

Ebenfalls gut eine Woche früher zum Alpaufzug antreten werden Tiere, Sennen und Hirten im Kanton Uri. Sie sollen gemäss dem Amt für Landwirtschaft am 4. Juni ihr Sommerdomizil beziehen. Dasselbe gilt für die Bündner Berge, wo die Alpsaison Anfang Juni und damit eine Woche früher beginnen soll.

Der LID zitiert einen Älpler, der bereits Anfang dieser Woche mit 25 Kühen, 30 Rindern und 25 Ziehen auf eine Alp im Kanton Schwyz gezogen ist. Er gehe seit 1987 «z'Alp», sagt der Mann, und sei «noch nie so früh» losgezogen wie dieses Jahr.

Anders als das Flachland leidet das Berggebiet offenbar nicht so stark unter der Trockenheit. Im Gegenteil: Der Schnee ist früher abgeschmolzen und hat das Gras spriessen lassen. In der Urner Bergen ist das Graswachstum selbst in den Hochalpen fortgeschritten.

Auch in den Berner Alpen ist die Trockenheit kein Problem. Einzig die Bündner bemängeln einen ausgeprägten Feuchtigkeitsmangel, der zu geringem Graswachstum führe.

SDA/mrs

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