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Die Retter als Plünderer

Neue Videoaufnahmen zeigen plündernde Soldaten während des Geiseldramas im kenianischen Nairobi. Erste Armeemitglieder wurden bereits festgenommen.

Soldaten mit weissen Einkaufstaschen: Ausschnitt aus dem Videomaterial.
Soldaten mit weissen Einkaufstaschen: Ausschnitt aus dem Videomaterial.
Reuters

Extremisten der somalischen Al-Shabaab-Miliz überfielen am 21. September die Westgate-Mall in Nairobi. Sie verschanzten sich anschliessend vier Tage lang mit einer unbekannten Zahl an Geiseln in dem Gebäude.

Aufgrund der Besatzungsdauer geriet die Armee schon zum Zeitpunkt des Anschlags in Erklärungsnot. Aufnahmen der Überwachungskameras zeigen nun, dass sich Soldaten in den Regalen des Einkaufscenters bedienten. Dabei ist zu sehen, wie mehrere Armeemitglieder mit gefüllten Taschen das Westgate-Mall verlassen. Andere streifen seelenruhig durch die verlassenen Läden und begutachten die Juwelier-Theken.

Die Bilder zeigen zudem, dass die Terroristen offenbar genug Zeit hatten, um sich in aller Ruhe zu beraten. Beinahe entspannt schlendern die Attentäter durch die Gänge. Die Waffen gesenkt. Der Nachrichtenagentur AP wurden die Bilder schon vor einer guten Woche vorgelegt. Jetzt sind sie erstmals für die Öffentlichkeit einsehbar. Dauerte die Belagerung vier Tage, weil die Soldaten zu stark mit der Plünderung des Zentrums beschäftigt waren?

Bisher zwei Festnahmen

Die kenianische Armee gibt nun bekannt, dass sie sich keines Fehlverhaltens bewusst sei. Dennoch wurde am Dienstag bekannt, dass zwei kenianische Soldaten wegen Plünderungen in Nairobi aus der Armee entlassen und festgenommen worden sind.

Gegen einen dritten wird gegenwärtig noch ermittelt, teilte General Julius Karangi gestern mit. Seinen Angaben zufolge wurden bei den Soldaten Handys, Kameras und Ladegeräte gefunden, die während der viertägigen Belagerung der Westgate-Mall im September gestohlen wurden.

Zunächst hatte die Armee erklärt, dass Soldaten lediglich Wasser aus dem Einkaufszentrum geholt hätten. Bei dem Überfall auf das Einkaufszentrum starben mindestens 67 Zivilisten. Er war laut Al-Shabaab eine Vergeltungsaktion für Kenias Militäreinsatz in Somalia.

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