Die spinnen, die Schaffhauser!

Eine 5-Jährige ohne Busbillett wurde im Nordkanton mit 100 Franken gebüsst.

Die Schaffhauser Verkehrsbetriebe griffen hart durch: Erst ab 12 Jahren gelten Kinder als Begleitperson im ÖV. Bild: I-stock

Die Schaffhauser Verkehrsbetriebe griffen hart durch: Erst ab 12 Jahren gelten Kinder als Begleitperson im ÖV. Bild: I-stock

Andreas Tobler@tobler_andreas

Gaga! Entschuldigen Sie den Ausdruck, aber die Geschichte der 5-jährigen Jara, die in Schaffhausen eine Busse von 100 Franken erhielt, weil sie ohne Billett Bus fuhr, klingt zu verrückt. Nicht zuletzt, weil Jara die Angaben auf der Busse mit eigener Unterschrift bestätigen musste.

Gebüsst wurde Jara, weil sie ohne Billett mit ihrer 10-jährigen Schwester Sora Bus fuhr. Bis zum 6. Altersjahr dürfen Kinder zwar gratis fahren, aber nur in Begleitung von Personen, die älter sind als zwölf. Mit dieser Regelung wollen sich die Schweizer Verkehrsbetriebe absichern: Mit dem Kauf eines Billetts gäben die Eltern ihr Einverständnis, dass ihr Kind den öffentlichen Verkehr benutzen darf.

Sora sei aufgelöst nach Hause gekommen, erzählt die Mutter dem SRF. Statt einer Busse wäre es sicher zielführender gewesen, bei den Eltern anzurufen und zu klären, ob die Kinder alleine unterwegs sein dürfen. Zudem wäre es sicher cooler gewesen, wenn die Busse ganz erlassen worden wäre, als sie aus «Kulanzgründen» auf 50 Franken zu halbieren, wie die Schaffhauser es taten. Und die sich nun den Vorwurf gefallen lassen müssen, dass sie jegliches Augenmass verloren haben.

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