«Diese Hitlerine braucht eine saubere Latrine»

Das Landsgericht Feldkirch hat eine Holocaust-Leugnerin verurteilt. Welche Rolle ein WC-Schild im Prozess gespielt hat.

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Eine Holocaust-Leugnerin aus Vorarlberg ist am Freitag vom Landesgericht Feldkirch zu einer bedingten siebenmonatigen Haftsttrafe verurteilt worden. Zudem soll sie eine Geldstrafe von 1200 Euro bezahlen. Das Urteil ist nicht rechtskräftig.

Die Frau hatte im Internet den Völkermord durch die Nationalsozialisten geleugnet. Anlass war der Facebook-Auftritt eines deutschen Fussballclubs. Dieser gedachte der Befreiung des Konzentrationslagers Auschwitz, was der Vorarlbergerin sehr missfiel. «Damit ist für mich dieser Verein gestorben, er verbreitet Lügen», lautete ihr Kommentar.

WC-Schild legt Gedankengut offen

Nachdem ein anonymer Internetnutzer den Fall angezeigt hatte, gab es bei der Verdächtigen eine Hausdurchsuchung. Dabei kam ein Schild am WC zum Vorschein, welches das Gedankengut der Frau ebenfalls offen legte: «Diese Hitlerine braucht eine saubere Latrine» stand dort geschrieben.

Bei der Einvernahme durch die Polizei zog die 53-Jährige ihren Internet-Eintrag noch ins Lächerliche und gab sich laut ihrem Verteidiger «störrisch». Im Schwurgerichtsverfahren am Freitag zeigte sie sich aber geständig und bedauerte ihr Verhalten.

Sie habe nicht gewusst, was sie mit dem Posting auslöse, so die Angeklagte. Sie sei Informationen einer TV-Dokumentation aufgesessen. Zum WC-Schild sagte die Frau, dass es sich dabei lediglich um einen Scherz gehandelt habe. Sie bedauere es in jedem Fall, wenn Menschen getötet würden.

Der Verteidiger beschrieb seine Mandantin als «einfache Hausfrau», die noch nie vom Verbotsgesetz gehört habe. Für die Geschworenen war der Fall jedoch klar, ihre Entscheidung für den Schuldspruch erforderte nur wenig Zeit. Während die bisher unbescholtene 53-Jährige das Urteil annahm, gab der Staatsanwalt keine Erklärung ab. Das Urteil ist deshalb nicht rechtskräftig. (oli/sda)

Erstellt: 17.02.2017, 15:26 Uhr

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