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Drei EHEC-Verdachtsfälle in der Schweiz

Während Deutschland mehr als 1200 bestätigte und EHEC-Verdachtsfälle registriert, sind es hierzulande erst deren drei. Dennoch schliesst der Präsident der Kantonsärzte eine Epidemie auch in der Schweiz nicht aus.

Der Bockshornkleesamen solls gewesen sein: Ein ägyptischer Gewürzhändler zeigt den Urheber der Ehec-Seuche. (Archivbild)
Der Bockshornkleesamen solls gewesen sein: Ein ägyptischer Gewürzhändler zeigt den Urheber der Ehec-Seuche. (Archivbild)
AFP
Der Hinweis auf den Ehec-Erreger ist erbracht: Eine Packung Sprossen. (10. Juni 2011)
Der Hinweis auf den Ehec-Erreger ist erbracht: Eine Packung Sprossen. (10. Juni 2011)
Reuters
Sanitäter bringen einen Patienten mit Ehec-Symptomen in die Uniklinik Eppendorf D. (24. Mai 2011)
Sanitäter bringen einen Patienten mit Ehec-Symptomen in die Uniklinik Eppendorf D. (24. Mai 2011)
Reuters
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Die Schweiz ist bisher weitgehend von der Welle an EHEC-Ansteckungen verschont geblieben. Bis am Sonntag erkrankte eine Frau nach der Rückkehr aus Norddeutschland an Durchfall. Vermutlich geht die Erkrankung auf den gleichen Stamm von EHEC-Bakterien zurück, der im nördlichen Nachbarland auftritt.

In einem zweiten und einem dritten EHEC-Fall wird derzeit abgeklärt, ob es sich um denselben Subtyp des Bakteriums handelt, der für die Krankheitswelle in Deutschland verantwortlich ist. Die Resultate sollten nächste Woche vorliegen. In der Schweiz wird der EHEC-Erreger jährlich bei bis zu 70 Patienten nachgewiesen. Seit Anfang Jahr sind es bereits 20 Fälle, 7 davon seit Anfang Mai.

Erstmals äussert sich der Präsident der Vereinigung der Kantonsärzte, der Freiburger Chung-Yol Lee, zu den EHEC-Bakterien und schliesst eine Epidemie in der Schweiz nicht aus, «sollten entgegen den Beteuerungen der Lebensmittelimporteure doch grössere Mengen an kontaminiertem Gemüse oder Obst auch in der Schweiz in Umlauf kommen», sagte er gegenüber dem «Sonntag».

Warnung vor Gurken, Tomaten und Salat in Deutschland

Nach wie vor rätseln die Experten über die genaue Herkunft des Bakteriums enterohämorrhagische Escherichia coli (EHEC). Die Quelle der gefährlichen Darmkeime ist weiterhin nicht genau bekannt. Die deutsche Konsumentenschutzministerin Ilse Aigner bekräftigte die Warnung vor rohen Gurken, Tomaten und Salat. «Solange es den Experten in Deutschland und Spanien nicht gelungen ist, die Quelle des Erregers zweifelsfrei zu benennen, haben die allgemeinen Warnhinweise für Gemüse weiterhin Bestand», sagte Aigner der «Bild am Sonntag».

Kritik von Bauernverbänden und Lebensmittelhändlern wies sie zurück: Der Schutz der Konsumenten habe immer Vorrang vor wirtschaftlichen Interessen, betonte sie.

Höhepunkt der Neuansteckungen nicht erreicht

Mit vier neuen Todesfällen in Norddeutschland stieg die Zahl der Opfer übers Wochenende auf zehn - neun Frauen und ein Mann. Der Höhepunkt der EHEC-Welle ist offensichtlich noch nicht erreicht. Die Zahl der Menschen, die an der Darminfektion erkrankten, nahm weiter zu. Allein in Hamburg gab es am Samstag 467 EHEC-Erkrankungen beziehungsweise Verdachtsfälle, darunter 91 HUS-Fälle. Dabei ist der Zustand vieler Patienten nach Angaben der Ärzte äusserst kritisch.

Deutschlandweit wurden mittlerweile mehr als 1200 bestätigte und EHEC-Verdachtsfälle registriert. Normalerweise gibt es im ganzen Jahr etwa 900 gemeldete Infektionen mit den Bakterien.

Das Hamburger Hygiene-Institut hatte den Darmkeim am Donnerstag auf drei Salatgurken aus Spanien gefunden. Die Gurken wurden im Einzelhandel und in Gaststätten sichergestellt. Insgesamt liegen den Angaben zufolge bereits 29 negative Laborproben unter anderem von Ziegenfrischkäse, Erdbeeren, Strauchtomaten, Minirisptomaten, Eisbergsalat und Paprika vor.

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