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Drei vorübergehende Festnahmen nach Vergewaltigung von Emmen

Die Polizei hat 600 Personen überprüft. Der Täter konnte aber auch nach dem Massen-DNA-Test nicht gefasst werden.

Der Mann, der bei Emmen LU im Juli eine 26-Jährige vergewaltigt und schwer verletzt hatte, ist fünf Monate nach der Tat weiter auf freiem Fuss. Der Gesuchte war nicht unter den 355 Teilnehmern eines Massengentests. Die Behörden geben allerdings noch nicht auf.

Ein Massengentest, 10'000 Franken Belohnung und mehrere Aufrufe an die Bevölkerung: Trotz einer der aufwändigsten Ermittlungsaktionen im Kanton Luzern ist es der Staatsanwaltschaft bisher nicht gelungen, den Mann zu fassen, der am 21. Juli bei Emmen an der Reuss eine 26-jährige Fau vom Velo gerissen und in einem nahen Waldstück vergewaltigt hat.

Die Frau erlitt bei dem Überfall schwerste Verletzungen. Ihre Arme und Beine sind laut Behörden komplett gelähmt. Die Ermittler konnten die Schwerverletzte erst im Oktober einvernehmen. Gemäss der vagen Beschreibung ist der Gesuchte ein 19 bis 25 Jahre alter Raucher mit dunklem gekrausten Haar. Beim Opfer, unter anderem an seinen Kleidern, hatte die Polizei auch eine Genspur sichergestellt, die dem Täter gehören könnte.

Gegen 600 Personen überprüft

Ein im Oktober angeordneter Massengentest - erst der zweite in der Schweizer Kriminalgeschichte - verhalf den Ermittlern bislang nicht zum erhofften Durchbruch. Gemäss einer am Montag veröffentlichten Zwischenbilanz der Luzerner Staatsanwaltschaft traten 355 Männer zum Test an. Sie hatten laut Behörden einen Bezug zum Tatort, Signalementsmerkmale des Täters oder waren sonst verdächtig. Der Täter war nicht unter ihnen.

Insgesamt überprüften die Ermittler bisher gegen 600 Personen. Drei Verdächtige wurden vorübergehend festgenommen. Auch deren DNS entsprach nicht jener des möglichen Täters.

Neben dem Erbgut der drei Festgenommenen überprüfte die Staatsanwaltschaft im Zuge der Ermittlungen auch die DNS von 27 weiteren Personen. Zudem seien über 200 weitere Personen polizeilich überprüft worden, heisst es in der Mitteilung. Da bei diesen bereits DNS-Material vorlag, hätten keine zusätzlichen Tests durchgeführt werden müssen.

Weitere Tests ausstehend

Die Luzerner Polizei griff auch auf die Hilfe eines Fallanalytikers zurück. Die Inputs des Profilers wurden in die laufenden Ermittlungen integriert. Angaben zu den weiteren Ermittlungen wollen die Behörden nicht machen. Sie wollen verhindern, dass der Täter über die weiteren Schritte vorinformiert wird.

Die Staatsanwaltschaft derweil ermittelt weiter. So stehe beim Massengentest das Resultat von zwei Proben noch aus, heisst es in der Mitteilung. Zudem hätten 14 Proben noch nicht erhoben werden können, weil sich die Betroffenen im Ausland oder in den Ferien befänden. Insgesamt wurden 371 Männer zum Test aufgeboten.

Familie dankt Bevölkerung

Die Familie des Opfers hofft weiter, dass der Täter nach neuen Hinweisen aus der Bevölkerung schnellstmöglich gefasst wird. In einem offenen Brief dankt sie der Bevölkerung vier Tage vor Weihnachten für die Anteilnahme.

Die ganze Familie sei schwer von dem fürchterlichen Gewaltverbrechen getroffen worden, heisst es in dem durch die Staatsanwaltschaft publizierten Schreiben. Die Familie kämpfe jeden neuen Tag um ein Stück Normalität. Die vielen Briefe, Kinderzeichnungen, lieben Worte und Wünsche würden helfen, den Schmerz ein wenig zu lindern.

Die Solidarität in der Bevölkerung mit dem Opfer war nach Bekanntwerden der Tat gross. Im August nahmen an einer Kundgebung entlang der Reuss zum Tatort 300 Personen auf Velos, zu Fuss und in Rollstühlen teil.

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