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Ebola-Epidemie erreicht Guineas Hauptstadt

In dem westafrikanischen Land Guinea haben sich Dutzende Menschen mit dem hochansteckenden Ebola-Virus infiziert. Besonders ein Umstand macht den Behörden schwer zu schaffen.

Ebolafieber verläuft in 50 bis 90 Prozent der Fälle tödlich: Angolanische Arbeiter während eines Ebola-Ausbruchs im Jahr 2009 mit Schutzanzügen. (Archiv)
Ebolafieber verläuft in 50 bis 90 Prozent der Fälle tödlich: Angolanische Arbeiter während eines Ebola-Ausbruchs im Jahr 2009 mit Schutzanzügen. (Archiv)
FLORENCE PANOUSSIAN, AFP

Die Ebola-Epidemie in Guinea hat nach UN-Angaben die Hauptstadt Conakry erreicht. Wie das Kinderhilfswerk der Vereinten Nationen (Unicef) mitteilte, gibt es inzwischen auch Fälle der hochansteckenden Krankheit in der Millionenstadt Conakry. Das guineische Gesundheitsministerium hatte gestern einen Ebola-Ausbruch im Süden des Landes bestätigt. Demnach starben bis dahin mindestens 59 von 80 Erkrankten.

Die ersten Fälle waren vor sechs Wochen in den südlichen Waldgebieten des westafrikanischen Landes aufgetreten. Die Betroffenen litten an Durchfall, Erbrechen und Blutungen. Experten in Guinea konnten zunächst die genaue Krankheit nicht identifizieren. Die Behörden schickten deshalb Proben an Spezialisten im französischen Lyon. Die ersten Ergebnisse seien am Freitag eingetroffen und belegten «Ebola als Ursache des Ausbruchs», sagte Sakoba Keita, der im guineischen Gesundheitsministerium für Krankheitsprävention zuständig ist, der Nachrichtenagentur AFP.

Isolierstationen für Verdachtsfälle

Die Behörden vor Ort seien «überfordert» mit der Epidemie, sagte Keita. Es würden alle erdenklichen Mittel eingesetzt, um gemeinsam mit internationalen Organisationen gegen die Krankheit zu kämpfen. «Es ist schwierig. Aber wir werden es schaffen.»

Nach Angaben von Unicef ist der Ebola-Ausbruch in Guinea besonders gefährlich, weil unter den Opfern auch medizinisches Personal sei. Mindestens acht Helfer hätten sich bei Kranken angesteckt und seien gestorben. Das Land leide aber schon jetzt massiv an einem Mangel an Ärzten, Krankenschwestern und Sanitätern. Unicef schickte fünf Tonnen Hilfe in die am schwersten betroffenen Gebiete, darunter vor allem medizinische Ausrüstung. Die Organisation rief alle Einwohner auf, den Kontakt mit Kranken und Toten zu vermeiden und auch - wenn möglich - allen Beerdigungen fernzubleiben.

Die Hilfsorganisation Ärzte ohne Grenzen verstärkte ihr Ärzteteam vor Ort. Die Organisation baute zudem in den betroffenen Gegenden Isolierstationen für Verdachtsfälle auf und versuchte Menschen zu finden, die Kontakt zu den Infizierten hatten.

1976 im Kongo entdeckt

Im Nachbarland Liberia wuchs indessen die Sorge nach einer Ausbreitung der Krankheit über die Grenze. Ein Arzt in der Hauptstadt Monrovia sagte, dies sei sehr wahrscheinlich, denn 80 Prozent der Waren auf dem liberianischen Markt stammten aus Guinea.

Das Ebola-Virus tritt bislang nur in Afrika auf. Es wird durch Blut und andere Körperflüssigkeiten übertragen, Infizierte leiden an inneren Blutungen und Austrocknung. In 25 bis 90 Prozent der Fälle verläuft die Seuche laut Weltgesundheitsorganisation (WHO) tödlich, die Sterblichkeit ist dabei abhängig vom Erregerstrang. Bis heute gibt es keine Impfung oder Therapie gegen das Virus.

Benannt wurde es nach einem Fluss in der Demokratischen Republik Kongo, wo es 1976 entdeckt wurde. Seitdem gab es laut WHO rund 15 Epidemien in Afrika mit insgesamt mehr als 1300 Toten. Bei der jüngsten Epidemie in der Demokratischen Republik Kongo waren im November 2012 nach Regierungsangaben 62 Menschen infiziert worden, 34 von ihnen starben.

AFP/ajk

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