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Einmal Rasenmähen reichte für den Freispruch

«Rasenmähen ist keine Strafe für Vergewaltigung»: Drei mutmassliche kenianische Sexualtäter kamen offenbar allzu glimpflich davon. In Nairobi kommt es nun zu lauten Protesten.

Kampf gegen die juristische Willkür: Frauenrechtlerinnen protestieren in Nairobi. (31. Oktober 2013)
Kampf gegen die juristische Willkür: Frauenrechtlerinnen protestieren in Nairobi. (31. Oktober 2013)

Erzürnt über blosses Rasenmähen als Strafe für eine Gruppe mutmasslicher Vergewaltiger haben am Donnerstag hunderte Kenianer gegen Gewalt gegen Frauen in dem afrikanischen Land demonstriert. «Was wir wollen? Respekt! Respekt! Respekt! Würde!», skandierte die Menge in Nairobi und überreichte den Behörden eine Petition mit mehr als einer Millionen Unterschriften. Die Demonstranten trugen T-Shirts mit der Aufschrift «Gerechtigkeit für Liz».

Das 16-jährige Mädchen war nach Darstellung von Angehörigen im Juni im Westen Kenias von sechs Männern angegriffen, vergewaltigt und dann in einen Abwassergraben geworfen worden. Drei der mutmasslichen Täter wurden später von Dorfbewohnern zur Polizei gebracht. «Die drei mussten nur den Rasen vor der Polizeistation mähen und wurden kurz darauf wieder freigelassen», sagte die Mutter von Liz der Zeitung «Daily Nation».

Vergewaltiger würden «ermutigt»

«Rasenmähen ist keine Strafe für Vergewaltigung», stand auf einem Schild der Demonstranten in Nairobi. Die Täter müssten festgenommen werden und die Polizisten Disziplinarstrafen erhalten, forderte die Frauenaktivistin Nebila Abdulmelik, die die Unterschriftensammlung im Internet gestartet hatte.

Die Polizisten hätten versagt, «und wir haben das Gefühl, dass dadurch andere Vergewaltiger ermutigt werden», sagte Abdulmelik. «Wir nutzen den Fall von Liz, um all die anderen Fälle von Gewalt ans Licht zu bringen, die oft nicht den Medien und der Polizei gemeldet werden.» Mehr als 1,3 Millionen Menschen in Kenia und weltweit haben inzwischen die Petition unterschrieben, die von der Kampagnenplattform Avaaz publik gemacht wurde.

Polizei will Fall untersuchen

Der ranghohe Polizeibeamte William Thwere sprach am Donnerstag zu den Organisatoren des Protestes. Er versprach, der Fall werde nun untersucht, «mit all der Ernsthaftigkeit, die er verdient». Liz sitzt im Rollstuhl. Sie erlitt entweder bei der Vergewaltigung oder beim Sturz in den Abwassergraben einen Bruch der Wirbelsäule.

AFP/mrs

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