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Entgleister Zug war deutlich zu schnell unterwegs

Im US-Bundesstaat Washington ist ein Zug auf einer neuen Bahnstrecke verunfallt und auf eine Autobahn gestürzt. Drei Menschen wurden getötet, etwa hundert weitere verletzt.

Auf einer Strecke, auf der umgerechnet 48 Kilometer Stundenkilometer erlaubt sind, fuhr der Zug offenbar 128 Stundenkilometer schnell, wie US-Behörden mitteilten.
Auf einer Strecke, auf der umgerechnet 48 Kilometer Stundenkilometer erlaubt sind, fuhr der Zug offenbar 128 Stundenkilometer schnell, wie US-Behörden mitteilten.
Daniella Fenelon, Keystone
Der Zug ist zum ersten Mal auf einem neuen Streckenabschnitt gefahren, als es zum Unglück kam.
Der Zug ist zum ersten Mal auf einem neuen Streckenabschnitt gefahren, als es zum Unglück kam.
KomoTV/AP, Keystone
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Der im US-Bundesstaat Washington entgleiste Zug ist nach Behördenangaben deutlich zu schnell unterwegs gewesen. Auf einer Strecke, auf der umgerechnet 48 Kilometer Stundenkilometer erlaubt sind, fuhr der Zug offenbar 128 Stundenkilometer schnell. Dies teilten Ermittler der US-Verkehrsbehörde am späten Montagabend (Ortszeit) mit.

Bei dem Unglück waren am Montag mehrere Waggons von einer Brücke auf eine vielbefahrene Strasse gestürzt. Mindestens drei Menschen starben und etwa hundert weitere wurden verletzt.

Ursache der zu hohen Geschwindigkeit noch unklar

Es sei «zu früh zu sagen», warum der Zug mit rund 80 Passagieren an Bord so schnell fuhr, sagte Behördenvertreterin Bella Dinh-Zarr vor Journalisten. Die Geschwindigkeitsangabe sei eine Schätzung auf der Grundlage von Messungen eines Datenregistriergeräts in der Lokomotive des Unglückszuges.

Der Zug befuhr die neu instand gesetzte Strecke zum ersten Mal – neue Lokomotiven, modernisierte Schienen und eine bessere Signaltechnik sollten die Fahrt zwischen Seattle und Portland im Bundesstaat Oregon verkürzen.

Der Zug entgleiste in einer Kurve nahe der Stadt DuPont, mehrere Waggons stürzten von der Eisenbahnbrücke auf die Schnellstrasse Interstate 5 und beschädigten mitten während der Rushhour fünf Autos und zwei Lastwagen.

Der Zugbetreiber Amtrak bestätigte auf Twitter einen Zwischenfall mit dem Zug 501.

Fotos in sozialen Netzwerken zeigten einen Waggon des Zuges, der auf den Highway gestürzt war. Ein Waggon stürzte offenbar direkt auf einen Lastwagen.

«Als wir zum Ort des Geschehens kamen, war offensichtlich, dass es einige Tote und viele Verletzte gegeben hat», sagte ein Sprecher des Sheriffs aus dem Bezirk Pierce.

Nur noch die Lok ist auf den Schienen

Ein Augenzeuge berichtet gegenüber einem TV-Sender: «Ich konnte nicht glauben, was ich da sah. Es war wie im Film.»

Laut Reuters.com waren rund 70 Personen an Bord des Zuges. Ein Passagier des Unglückzugs schilderte den Unfall: «Wir waren gerade an DuPont vorbeigefahren und es wirkte als ob wir eine Kurve nehmen würden. Plötzlich hörten wir ein Bersten und ein Zerbrechen, und es fühlte sich an, als ob wir bergab fahren würden. Das nächste woran ich mich erinnere, ist, dass wir alle nach vorne geschleudert wurden, Fensterscheiben barsten, wir hielten plötzlich an, Wasser strömte aus dem Zug und Menschen haben geschrien.»

Der Zugpassagier sagte, er sei sich «nicht sicher, was passiert ist». «Der einzige Waggon, der auf den Schienen ist, ist die hintere Lokomotive», sagte er. «Es gibt mehrere Waggons, die über die Überführung hängen.»

«Notfall, Notfall, Notfall, wir sind am Boden»

Ein Mitschnitt des Notrufs wurde veröffentlicht. «Amtrak 501, Notfall, Notfall, Notfall», ist zu hören. «Wir sind auf dem Boden! Wir sind auf der Brücke, auf dem Freeway.»

Es gebe am Ort des Geschehens keine Weiche oder Bahnübergänge, sagte eine Sprecherin des Verkehrsministeriums der «Seattle Times».

Präsident Donald Trump warb für höhere Infrastrukturausgaben. Das Zugunglück zeige «mehr denn je, warum unser Infrastrukturplan, der bald vorgelegt wird, schnell genehmigt werden muss», twitterte er.

Bei einem ähnlichen Vorfall in Spanien im Jahr 2013 hatte eine Überwachungskamera aufgezeichnet, wie ein in die Kurve fahrender Schnellzug entgleiste. Der Zug war mit rund 190 km/h unterwegs gewesen, obwohl in der Unglückskurve höchstens Tempo 80 zulässig war. Beim schweren Unglück nahe des Wallfahrtsortes Santiago de Compostela kamen 80 Menschen ums Leben.

Der Moment des Unglücks: Der erste Waggon hinter dem Triebwagen scheint plötzlich zu entgleisen und reisst auch die Lokomotive um.

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