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Ermittler überprüfen die Piloten von MH370

Ein Flugsimulator im Keller: Die malaysische Polizei hat das Haus des Kapitäns der vermissten Maschine durchsucht. Die Aufmerksamkeit der Behörden richtet sich zunehmend auf ihn und seinen Kollegen.

Hier wohnt Kapitän Zaharie Ahmad Shah: Eine bewachte Siedlung nahe Kuala Lumpur. (15. März 2014)
Hier wohnt Kapitän Zaharie Ahmad Shah: Eine bewachte Siedlung nahe Kuala Lumpur. (15. März 2014)
Samsul Said, Reuters
Sein Kollege Fariq Abdul Hamid wohnte in einem Vorort von Kuala Lumpur: Das Hausen des Kopiloten in Sha Alam. (15. März 2014)
Sein Kollege Fariq Abdul Hamid wohnte in einem Vorort von Kuala Lumpur: Das Hausen des Kopiloten in Sha Alam. (15. März 2014)
AP Photo/Lai Seng Sin
Fariq Abdul Hamid liess auf einem anderen Flug Touristinnen ins Cockpit, wie diese Aufnahme nahelegt.
Fariq Abdul Hamid liess auf einem anderen Flug Touristinnen ins Cockpit, wie diese Aufnahme nahelegt.
Screenshot A Current Affair
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Die malaysischen Behörden gehen davon aus, dass die vermisste Boeing 777 der Malaysia Airlines stundenlang weiterflog, nachdem die Kommunikationsgeräte «mit hoher Wahrscheinlichkeit» absichtlich abgeschaltet wurden. Auch der von Radaranlagen des Militärs erfasste mutmassliche Kurs weist daraufhin, dass die Maschine gezielt gesteuert wurde.

Während die Behörden eine Entführung des Flugzeugs nicht ausschliessen, richtet sich die Aufmerksamkeit der Ermittler nun verstärkt auf die beiden Piloten. Polizisten haben inzwischen das Haus des Piloten der in Südostasien verschwundenen Passagiermaschine durchsucht. «Die Beamten haben nach Material gesucht, das bei der Suche nach dem vermissten Flugzeug helfen könnte», sagte ein Polizist in Kuala Lumpur. Ob etwas gefunden oder mitgenommen wurde, teilte er nicht mit. Das Haus des 53 Jahre alten malaysischen Piloten Zaharie Ahmad Shah befindet sich in Kuala Lumpur.

Auch FBI überprüfte Piloten

In die Ermittlungen involviert sind auch amerikanische Behörden. Das FBI hat bereits den Hintergrund der beiden Piloten sowie der Passagiere auf Verbindungen zu Terroristen überprüft. Wie ein Behördenvertreter am Freitag sagte, förderten die Ermittlungen keine Hinweise auf eine Entführung oder einen Sabotageakt zutage.

Auch was Kollegen und Freunde der beiden Piloten nun über diese verlauten lassen, ergibt keinerlei Hinweise auf dubiose Verstrickungen der beiden, sondern zeichnet vielmehr ein Bild passionierter Piloten.

Der ältere der beiden Piloten, Kapitän Zaharie Ahmad Shah, hat mehr als 18'360 Flugstunden und 33 Dienstjahre vorzuweisen, wie das «Wall Street Journal» schreibt. Kollegen beschrieben den 52-Jährigen gegenüber der Zeitung als bodenständig, umgänglich und fröhlich. Im Dienst könne er aber durchaus auch sehr scharf reagieren. Zaharie ist bei den Malaysia Airlines für die Pilotenausbildung auf dem Modell Boeing 737 zuständig und als Prüfer für Simulatorentests von der malaysischen Luftfahrtbehörde zertifiziert.

Flugsimulator im Keller

Der verheiratete Zaharie, der Grosskinder hat, ist laut verschiedenen Medienberichten auch in seiner Freizeit aviatikbegeistert, so soll er sich zuhause mit Microsofts Flugsimulator-Software und handelsüblicher Computerhardware einen Boeing-777-Flugsimulator eingerichtet und seine freie Zeit auch mit Modellflugbau verbracht haben.

Von seinem jüngeren Kollegen, dem Ersten Offizier Fariq Abdul Hamid ist bekannt, dass dieser sich mit 18 bei der nationalen Fluggesellschaft Malaysias bewarb und seit 2007 nun für diese fliegt. Dabei soll er 2760 Flugstunden absolviert haben, schreibt das «Wall Street Journal». Fariq geriet nach dem Verschwinden der Maschine allerdings in die Kritik, weil er gemeinsam mit einem anderen Piloten auf einem Flug von Phuket in Thailand nach Kuala Lumpur zwei Touristinnen mit ins Cockpit genommen haben soll, was auch entsprechende Fotos nahelegen.

SDA/mw

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