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Erster Nacktwanderer vor Gericht

Ein Herisauer muss sich wegen «unanständigen Benehmens» vor dem Ausserrhoder Kantonsgericht verantworten. Er ist der einzige Nacktwanderer, den die Polizei 2009 erwischte.

Im Appenzell nicht gern gesehen: Zwei Wanderer, wie Gott sie schuf.
Im Appenzell nicht gern gesehen: Zwei Wanderer, wie Gott sie schuf.

Da der Nacktwanderer die Busse von 100 Franken nicht bezahlte, steht der er am 27. Mai vor Gericht - gerade zum offiziellen Beginn der Nacktwander-Saison - wenigstens in Deutschland. Im Appenzellerland war Nudistenwandern 2009 kein Sommerhit. Die Ausserrhoder Polizei erwischte gerade diesen einzigen Blütler, die Innerrhoder Polizei gar keinen.

Entblösst im Alpstein: 200 Franken Busse

Dabei war die Aufregung in den Schweizer Medien gross gewesen, als die Innerrhoder Landsgemeinde 2009 mit überzeugendem Mehr ein Nacktwanderverbot beschloss. Wer sich entblösst im Alpstein ergeht, riskiert eine Busse von 200 Franken. Der Grund: 2008 waren erstmals Nacktwanderer im Alpstein gesichtet worden und hatten für Schock und Empörung gesorgt.

In Ausserrhoden wurde kein besonderes Gesetz geschaffen. Entblösstes Wandern wird als «unanständiges Benehmen» laut kantonalem Strafrecht taxiert und mit 100 Franken gebüsst. Jetzt kann das Kantonsgericht entscheiden, ob diese Auslegung rechtens ist.

Im Kanton St. Gallen nicht explizit verboten

2009 sorgten Nacktwanderer einzig im Toggenburg für Aufregung, allerdings ohne Folgen. Im Kanton St. Gallen ist Nudisten-Wandern nicht explizit verboten. Allenfalls würde es unter den Tatbestand der «mutwilligen Belästigung» subsumiert.

In Deutschland dagegen geht das Nudisten-Wandern erst recht los: Naturisten wollen am letzten Maiwochenende im Südharz bei Dankerode Deutschlands ersten offiziellen Nacktwanderweg eröffnen, wie Horst Kehm aus Frankfurt, der Betreiber der Internetplattform der deutschen Nacktwandergemeinde Nacktwandern.de, ankündigt.

SDA/mt

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