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Falscher Gebärdendolmetscher war bei Lynchmorden dabei

Thamsanqa Jantjie, der an der Trauerfeier für Mandela sinnlos um sich gefuchtelt hat, war vor zehn Jahren an zwei Lynchmorden beteiligt. Die anderen Täter wurden verurteilt, Jantjie musste in die Psychiatrie.

War dabei, als zwei Männer wegen eines Fernsehdiebstahls verbrannt wurden: Der falsche Gebärdendolmetscher Thamsanqa Jantjie. (12. Dezember 2013)
War dabei, als zwei Männer wegen eines Fernsehdiebstahls verbrannt wurden: Der falsche Gebärdendolmetscher Thamsanqa Jantjie. (12. Dezember 2013)
Keystone
Im Fokus der Weltöffentlichkeit: Thamsanqa Jantjie während seines stundenlangen Auftritts an der Trauerfeier für Nelson Mandela. (10. Dezember 2013)
Im Fokus der Weltöffentlichkeit: Thamsanqa Jantjie während seines stundenlangen Auftritts an der Trauerfeier für Nelson Mandela. (10. Dezember 2013)
Keystone
Spricht von einem schizophrenen Anfall: Der falsche Gebärdendolmetscher, dessen Zeichen Gehörlose nicht verstanden. (12. Dezember 2013)
Spricht von einem schizophrenen Anfall: Der falsche Gebärdendolmetscher, dessen Zeichen Gehörlose nicht verstanden. (12. Dezember 2013)
Keystone
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Der falsche Gebärdendolmetscher bei der Trauerfeier für Nelson Mandela war vor zehn Jahren an der öffentlichen Verbrennung zweier mutmasslicher Diebe beteiligt. Ein Verwandter und drei Freunde des Mannes sagten der Nachrichtenagentur AP heute, er sei nach den Lynchmorden nicht vor Gericht gestellt, sondern in eine psychiatrische Anstalt eingewiesen worden.

Ein Mob hatte die beiden Männer 2003 mit einem gestohlenen Fernseher gestellt, ihnen Reifen um den Hals gelegt und diese angezündet. Andere Verdächtige wurden in dem Fall 2006 verurteilt, der falsche Gebärdendolmetscher wurde aber als psychisch nicht verfahrensfähig eingestuft.

Er sah Engel

Der Mann hatte selbst in einem gestern veröffentlichten Interview der Zeitung «Sunday Times» von dem Verbrechen berichtet. «Es war Gemeinschaftsjustiz, was man Lynchjustiz nennt, und ich war auch dabei», sagte er dem Blatt. Heute war er für eine Stellungnahme nicht erreichbar.

Nach Angaben der Freunde und des Verwandten war der Mann anschliessend mehr als ein Jahr in einer geschlossenen Anstalt. Nach seiner Entlassung begann er als Gebärdendolmetscher für den regierenden Afrikanischen Nationalkongress zu arbeiten. Er sagte der AP nach seinem Auftritt bei der Gedenkveranstaltung am vergangenen Dienstag, dass er unter Schizophrenie und Halluzinationen leide und Engel gesehen habe, als er dort vor Dutzenden Staats- und Regierungschefs und Millionen an den Fernsehgeräten unzusammenhängende Bewegungen mit den Händen gemacht hatte.

SDA/rbi

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