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Familienvater gesteht Mord an Mirco

Der im Fall des seit knapp fünf Monaten vermissten Mirco festgenommene Tatverdächtige hat ein Geständnis abgelegt. Der zehnjährige Mirco ist sexuell missbraucht und getötet worden.

Vergebliche Suche: Polizisten suchten am 7. September 2010 nahe der Stadt Viersen nach dem Jungen.
Vergebliche Suche: Polizisten suchten am 7. September 2010 nahe der Stadt Viersen nach dem Jungen.
Reuters

Der zehnjährige Mirco sei auf dem Heimweg von einer Skateranlage von dem Autofahrer gezwungen worden einzusteigen, sagtel der Leiter der Sonderkommission, Ingo Thiel, am Freitag auf einer Pressekonferenz. Danach fuhr der 45-Jährige mit dem Jungen in Richtung Wachtendonk in ein Waldstück bei Grefrath, zog den Jungen aus und vergingt sich vermutlich an ihm. Dann tötete er ihn und liess ihn dort liegen. Thiels Angaben zufolge liegt die Stelle etwa sechs Kilometer von der Gegend entfernt, die mehrmals von der Polizei durchsucht worden war.

Auf die Spur des Tatverdächtige führte unter anderem die Zeugenaussage eines Mannes, der den Täter mit seinem Auto vor dem Verbrechen beobachtet hatte, wie er ein Fahrrad wegschob. Thiel zufolge ist Olaf H. durch eine DNA-Speichelprobe und Faserspuren von Mircos Kleidung in seinem Auto überführt.

Das Auto führte zum Täter

Dabei handelt es sich um einen geleasten Firmenwagen, den er nach der Tat und nach Ablauf des Vertrags an die Leasingfirma zurückgegeben hatte. Danach habe der VW Passat «eine Odyssee» gemacht und sollte nach Russland verkauft werden. Der Sonderkommission gelang es, an das in Deutschland «stillgelegte» Auto heranzukommen. Polizeipräsident Hans-Hermann Tirre sagte: «Der ersehnte und entscheidende Durchbruch ist uns gelungen. Damit ist uns eine grosse Last von der Seele genommen.»

In einer «langwierigen und umfassenden Vernehmung» gab Olaf H. an, am Abend der Tat planlos herumgefahren zu sein, nachdem er vom Chef «zusammengefaltet» worden sei. Dabei stiess er seinen Angaben zufolge zufällig auf Mirco und sprach ihn an. Nach der Tat sei er zu seiner Familie in Schwalmtal zurückgefahren.

Zuvor nie strafrechtlich in Erscheinung getreten

Nach Angaben der Ermittler war der 45-Jährige zuvor nie strafrechtlich in Erscheinung getreten. «Er gilt als treusorgender Familienvater», sagte Thiel. Auch für pädophile Neigungen habe es keine Anhaltspunkte gegeben. Seine Familie sei geschockt und völlig überrascht über die Festnahme des 45-Jährigen.

Olaf H. sitzt seit Donnerstagabend in Untersuchungshaft. Nach Polizeiangaben arbeitet für ein grosses Unternehmen in Bonn. Er hat drei leibliche Kinder und ist in dritter Ehe verheiratet.

AFP/ dapd/pbe/raa

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