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Farbanschlag auf UBS: Schüler freigesprochen

Zwei Schüler wurden verdächtigt, einen Farbanschlag auf die UBS verübt zu haben. Nun wurden die zwei Zürcher freigesprochen, sie erhalten Schmerzensgeld.

Sachschaden im Wert von 61'000 Franken: Reinigungsarbeiten bei der UBS am 18. Januar 2009.
Sachschaden im Wert von 61'000 Franken: Reinigungsarbeiten bei der UBS am 18. Januar 2009.
Keystone

Nach einem Farbanschlag auf die UBS-Filiale am Zürcher Paradeplatz im Januar 2009 hat das Jugendgericht Zürich am Montag zwei Jugendliche freigesprochen.

Das Gericht kam zum Schluss, dass die Beweise nicht ausreichten.

Am 17. Januar 2009 tauchten in den späten Abendstunden rund 30 vermummte Personen der linksautonomen Szene am Zürcher Paradeplatz auf. Sie bewarfen die Fassaden der UBS mit Flaschen, die mit roter, grüner und schwarzer Farbe gefüllt waren. Zudem entzündeten sie auf der Strasse diverse Pneus, beschädigten einige Personenwagen und behinderten den Tramverkehr.

Der angerichtete Sachschaden betrug laut Anklage über 61'000 Franken. Alleine die UBS machte Schäden von rund 48'000 Franken geltend.

Zwei Schüler verhaftet

Kurz nach dem Vorfall nahm die Polizei nach einem Hinweis eines Passanten zwei verdächtige Zürcher Schüler im Alter von 15 und 16 Jahren fest. Einer von ihnen trug eine Sturmhaube. Beide Schüler verbrachten danach 14 Tage in Untersuchungshaft.

Vor dem Jugendgericht mussten sich die beiden Stadtzürcher wegen Landfriedensbruchs, Sachbeschädigung sowie Störung von Betrieben verantworten. Die Jugendanwältin verlangte für die Beschuldigten unbedingte persönliche Leistungen von je 14 Tagen. Zudem sollten die Jugendlichen für die Schäden aufkommen.

Bei der Befragung verweigerten die Angeklagten jegliche Aussage. Sie beschwerten sich lediglich in einem Schlusswort über die UBS, die trotz eines fehlenden Schuldspruchs von ihnen einen Schadenersatz von je 23'000 Franken gefordert habe.

Als Beweismittel präsentierte die Anklägerin einige Farbtupfer auf der Kleidung eines der Beschuldigten sowie SMS-Nachrichten, mit denen zu einer Demo aufgerufen wurden. Hingegen gab es weder Bilder noch belastende Zeugenaussagen.

Je 3500 Franken Schmerzensgeld

Die Verteidiger verlangten Freisprüche und sprachen von einer «haltlosen Anklage». Auch für «bewegte Jugendliche» gelte die Unschuldsvermutung.

Das Gericht sprach die beiden Beschuldigten mangels Beweisen frei. Es sei nicht einmal bewiesen, dass sie sich am Tatort aufgehalten hätten, führte die Gerichtsvorsitzende aus. Den entlasteten Schülern wurden für die zu Unrecht erlittene Haft Schmerzensgelder von je 3500 Franken zugesprochen.

SDA/kle

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