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Felssturz im Tessin

Bis zu 30'000 Kubikmeter Gestein und Geröll donnerten am Sonntagnachmittag oberhalb von Preonzo bei Bellinzona ins Tal. Der Berg will noch weitere 700'000 Kubikmeter hergeben.

Blanker Fels zeigt sich an der Abbruchstelle oberhalb von Preonzo, nachdem bis zu 30'000 Kubikmeter Stein abbrach.
Blanker Fels zeigt sich an der Abbruchstelle oberhalb von Preonzo, nachdem bis zu 30'000 Kubikmeter Stein abbrach.
Keystone
Polizisten sperrten die Kantonsstrasse im Gebiet um die Abbruchstelle.
Polizisten sperrten die Kantonsstrasse im Gebiet um die Abbruchstelle.
Keystone
Staubwolken liegen über der Abbruchstelle.
Staubwolken liegen über der Abbruchstelle.
Keystone
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Dass bis zu 700'000 Kubikmeter Geröll mit rund 180 km/h ins Tal donnern werden, gilt als sicher. Die Frage ist nur: wann? Geologen gehen davon aus, dass sich der Felssturz bis spätestens im Jahr 2019 ereignen wird.

Am Sonntag nun gab es einen Vorgeschmack darauf. Rund 20'000 bis 30'000 Kubikmeter Gestein und Geröll gingen nieder, wie der «Corriere del Ticino» meldete. Polizisten sperrten die nahegelegene Kantonsstrasse im Gebiet um die Abbruchstelle. Verletzt wurde niemand.

Seit Beginn der 1990er Jahre wird die Zone des so genannten «Valegion» mit Sensoren überwacht. Nach den Regenfällen vom vergangenen Sonntag kam es zu grösseren Bewegungen. Derzeit verschiebe sich der Fels rund einen Zentimeter pro Tag, sagte Roland David, der Chef des Tessiner Forstamtes, am letzten Montag gegenüber der Radiotelevisione svizzera di lingua italiana.

Keine Gefahr für Autobahn

Wegen des drohenden Felssturzes haben die Behörden die Industriezone bereits am letzten Montag räumen lassen. Ab Dienstagmorgen waren dort bis auf weiteres jegliche Aktivitäten untersagt. Der nahen Autobahn A2 droht angeblich keine Gefahr.

Letztmals wurde die Industriezone des 545-Einwohner-Dorfes Preonzo im Mai 2002 evakuiert. Damals stürzten schliesslich 150'000 Kubikmeter Geröll ins Tal, ohne allerdings grösseren Schaden anzurichten.

Das Damoklesschwert eines Felssturzes hängt seit Jahrhunderten über Preonzo. 1725 wurde das Dorf verschüttet; 17 Menschen kamen damals ums Leben. Heute liegt der Dorfkern jedoch nicht mehr im Gefahrenbereich.

Seit diesem Frühjahr ist eine Arbeitsgruppe damit beschäftigt, eine Räumung der Industriezone in die Wege zu leiten. Bis im Juli soll der Kantonsregierung ein entsprechender Plan unterbreitet werden. Die Industriebetriebe sollen an sicherere Standorte verlegt werden.

SDA/cpm

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