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Feuer legte Luftverkehr der USA lahm

Wegen eines Brandes in einem Kontrollzentrum mussten sämtliche Flüge von und nach Chicago während vier Stunden gestoppt werden. In Nordamerikas wichtigstem Verkehrsdrehkreuz ging nichts mehr.

Bereits im Mai kam es in Chicago zu einem Chaos: Passagiere warten am O'Hare International Airport. (26. September 2014)
Bereits im Mai kam es in Chicago zu einem Chaos: Passagiere warten am O'Hare International Airport. (26. September 2014)
AFP

Wegen einer Brandstiftung in einem Kontrollzentrum sind am Freitagvormittag alle Flüge von und nach Chicago gestoppt worden. Die Streichung von mehr als 850 Verbindungen wirkte sich auf den ganzen nordamerikanischen Luftraum aus. Erst am Mittag konnten einige Maschinen wieder abheben. Es ist bereits der zweite Notfall dieser Art in Chicago in nur fünf Monaten: Im Mai hatte ein Problem in einer anderen Fluglotsenzentrale schon einmal den gesamten Luftverkehr in Chicago lahmgelegt.

Betroffen waren wieder die beiden internationalen Flughäfen O'Hare und Midway, die zusammen ein wichtiges Drehkreuz im amerikanischen Flugnetz bilden. Das Feuer brach im Keller des Flugkontrollzentrums in Aurora am westlichen Stadtrand von Chicago aus, wie ein Sprecher der Stadt erklärte. Das Kontrollzentrum wurde geräumt. Die Überwachung des Luftraums wurde anderen Einrichtungen übertragen, ergänzte die Luftverkehrsbehörde FAA.

Tatmotiv unbekannt

Das Feuer wurde nach Polizeiangaben von einem FAA-Mitarbeiter gelegt. Der Verdächtige sei mit selbst zugefügten Stichwunden und Brandverletzungen im Keller des Kontrollzentrums gefunden worden, sagte der Polizeichef von Aurora, Gregory Thomas. Über das Tatmotiv hatten die Behörden zunächst keine Erkenntnisse, erklärten jedoch, der Verdächtige habe keine Verbindungen zu Terroristen und sei berechtigt gewesen, den Keller zu betreten. Er wurde in ein Krankenhaus gebracht.

Den Angaben zufolge benutzte der Mann Benzin als Brandbeschleuniger. Die Flammen beschädigten einige Stromleitungen. Die vom Feuer ausgelöste Sprinkleranlage verursachte zudem Wasserschäden. Das FBI übernahm mit Feuerwehr und örtlicher Polizei die Ermittlungen in dem Fall.

Der Brand wurde rasch gelöscht. Ein Mitarbeiter des Kontrollzentrums wurde wegen einer Rauchvergiftung behandelt.

Vier Stunden Unterbruch

Nach fast vier Stunden Unterbrechung konnten am Mittag die ersten Flugzeuge wieder starten und landen. Allerdings war nur ein eingeschränkter Flugbetrieb möglich. Wann alles wieder planmässig laufen würde, konnten die Behörden zunächst nicht sagen. Die Auswirkungen waren im ganzenLand zu spüren. Selbst im mehr als 1000 Kilometer entfernten Dallas mussten Flüge gestrichen werden

Das betroffene Zentrum in Aurora ist für Flugzeuge in grosser Höhe zuständig. Sobald die Maschinen näher an die Flughäfen herankommen, übernehmen Kollegen in einer anderen Einrichtung oder die Airports selbst die Kontrolle.

Im Mai war eine Radarzentrale in Elgin in der Nähe von Chicago betroffen gewesen. Damals war ein überhitzter Ventilator in Flammen aufgegangen, der Rauch drang in das Kontrollzentrum ein. Dieses blieb damals drei Stunden geschlossen, 1100 Flüge fielen aus.

SDA/kpn

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