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Frankreich steht über die Festtage fast still

Nur rund ein Drittel aller TGV-Züge fährt wegen der Streiks. In Paris ist der Metro-Verkehr beinahe überall unterbrochen.

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Anstehen und hoffen auf einen der seltenen Züge: Reisende am Gare de l' Est. Bild: Reuters
Anstehen und hoffen auf einen der seltenen Züge: Reisende am Gare de l' Est. Bild: Reuters

Streikende Bahnmitarbeiter haben auch an Weihnachten den Zugverkehr in Frankreich teilweise zum Erliegen gebracht. Es fuhr etwa einer von üblicherweise drei TGV-Hochgeschwindigkeitszügen. Das teilte die staatliche Bahngesellschaft SNCF am Mittwoch mit.

In Paris gingen am Weihnachtsfeiertag viele Einheimische und Touristen zu Fuss oder versuchten, einen Bus zu ergattern. Der Metroverkehr der Millionenmetropole war am Feiertag bis auf wenige Ausnahmen unterbrochen.

Für das Wochenende rechnet die SNCF damit, dass sich die Lage für die Kunden etwas entspannt. «Wir erwarten, das bei den TGV drei von üblicherweise fünf Zügen unterwegs sein werden», sagte ein Sprecher der SNCF der Nachrichtenagentur DPA. Vor und nach Weihnachten sind in Frankreich Hunderttausende Menschen unterwegs. Die Proteste gegen die geplante Rentenreform der Regierung dauern bereits seit knapp drei Wochen an.

Der Ausstand kommt die SNCF teuer zu stehen. Es gebe bisher eine Umsatzeinbusse von über 400 Millionen Euro, das sei «eine beachtliche Summe», sagte SNCF-Chef Jean-Pierre Farandou der Online-Ausgabe der französischen Tageszeitung «Le Monde». Dank Mitarbeitern, die wieder zur Arbeit gingen, könnte es am nächsten Wochenende besser aussehen. Er hoffe auf eine weitere Verbesserung für die Bahnreisenden Anfang Januar, sagte der SNCF-Chef.

Keine Lösung in Sicht

Rasche Verhandlungen zur Lösung des Dauerkonflikts, der insbesondere in Paris Einzelhandel und Tourismus lähmt, sind nicht in Sicht. Eine erste Runde der Mitte-Regierung mit den Sozialpartnern soll es am 7. Januar geben. Die Regierung will die Zersplitterung in 42 verschiedene Einzelsysteme beenden und ein Renten-Einheitssystem schaffen. Die Franzosen sollen auch dazu angehalten werden, länger zu arbeiten.

Die Proteste hatten Anfang des Monats begonnen. Im Land werden laut Medien Raffinerien bestreikt, die Versorgung von Tankstellen sei aber bisher gewährleistet. Auf der Mittelmeerinsel Korsika blieb der Flughafen von Ajaccio weiter wegen Überflutung gesperrt. Fluggäste mussten über den Airport Bastia im Norden der Ferieninsel reisen. Auf Korsika hatte es am Wochenende stark geregnet.

(SDA)

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