Franzosen dürfen mitreden, Regierung entscheidet

Der französische Kulturminister Riester hat eine öffentliche Debatte zur Zukunft der Kathedrale Notre-Dame versprochen.

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Bei der Entscheidung über den Wiederaufbau von Notre-Dame soll die französische Bevölkerung ein Mitspracherecht bekommen. Frankreichs Kulturminister Franck Riester sagte am Freitag, es werde eine «grosse Debatte» darüber geben, wie genau die bei einem Brand schwer beschädigte Kathedrale in Zukunft aussehen soll. Die letzte Entscheidung werde aber bei der Regierung liegen.

«Die Franzosen werden ihre Meinung zum Ausdruck bringen können», sagte Riester in einem Interview mit dem Fernsehsender LCI und kündigte eine «grosse Debatte und eine grosse Absprache» an. Erst danach werde eine Entscheidung über das zukünftige Aussehen des Pariser Wahrzeichens fallen.

Notre-Dame war durch ein Feuer am 15. April schwer beschädigt worden. Frankreichs Präsident Emmanuel Macron hatte danach versprochen, die Kathedrale innerhalb von fünf Jahren wieder aufbauen zu lassen. Bei einem internationalen Wettbewerb können Architekten aus aller Welt nun ihre Vorschläge für den Wiederaufbau einreichen.

Traditionelle oder innovative Lösung

Ein Kernpunkt in der Debatte um die Zukunft von Notre-Dame ist die Frage, ob sie originalgetreu wiederhergestellt werden soll oder ob auch Raum für Innovationen ist. Bei einer YouGov-Umfrage hatte sich unlängst die Mehrheit der Franzosen (54 Prozent) für einen Wiederaufbau der Kathedrale wie vor dem Feuer ausgesprochen. 25 Prozent sprachen sich für ein modernes Element beim Wiederaufbau aus, 21 Prozent hatten zu dem Thema keine Meinung.

Experten weisen darauf hin, dass die Kathedrale seit ihrem Bau im 13. Jahrhundert immer wieder ergänzt und verändert wurde. So stammte etwa der bei dem Feuer Mitte April eingestürzte Turm erst aus dem 19. Jahrhundert. Auch Kulturminister Riester erinnerte daran, dass zu Restaurierungsarbeiten in Frankreich oft Neuerungen gehörten - etwa die Verwendung neuer Materialien.

nag/AFP

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