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«Gerechtigkeit für James Holmes bedeutet den Tod»

Der US-Staatsanwalt im Fall des «Batman»-Amokläufers James Holmes fordert die Todesstrafe. In diese Entscheidung seien auch Gespräche mit 800 Überlebenden und Angehörigen der Opfer eingeflossen.

James Holmes im Gerichtssaal in Centennial, Colorado. (Reuters-Archivbild vom 12. März 2013)
James Holmes im Gerichtssaal in Centennial, Colorado. (Reuters-Archivbild vom 12. März 2013)

Im Prozess gegen den Kino-Amokläufer von Aurora im US-Bundesstaat Colorado will die Staatsanwaltschaft die Todesstrafe für den 25-jährigen Angeklagten James Holmes fordern. Zu diesem Schluss komme er nach Gesprächen mit Opfern der Gewalttat vom Juli 2012 und ihren Angehörigen, sagte Staatsanwalt George Brauchler am Montag bei einer Voranhörung vor einem Gericht in Centennial. Der Prozess soll am 5. August beginnen.

«In dieser Sache bedeutet Gerechtigkeit für James Holmes den Tod», erklärte Brauchler. Demnach hatte sein Büro mit 800 Überlebenden des Amoklaufs und Angehörigen von Opfern der Bluttat gesprochen, um zu entscheiden, ob die Todesstrafe für Holmes gefordert werden solle. Er selbst habe mit 60 von ihnen persönlich geredet, berichtete der Staatsanwalt bei der Voranhörung.

Unklar war zunächst, wie die Verteidigung reagieren würde. Im Vorfeld war erwartet worden, dass sie auf Unzurechnungsfähigkeit ihres Mandanten plädieren könnte.

Staatsanwaltschaft gegen Deal

Am Mittwoch hatten Holmes' Verteidiger mitgeteilt, dass ihr Mandant bereit sei, sich schuldig zu bekennen. Dies geschah vermutlich in der Hoffnung, dass ihm damit ein Todesurteil erspart bleibe und er stattdessen zu lebenslanger Haft verurteilt werde. Die Staatsanwaltschaft wandte sich am Donnerstag gegen einen derartigen Deal, der nach US-Recht möglich ist.

In Colorado sitzen derzeit drei Häftlinge im Todestrakt. Seit 1979 wurde die Todesstrafe in dem Bundesstaat nicht mehr vollstreckt.

Massaker im Kinosaal

Der 25-jährige Holmes wird beschuldigt, in der Nacht zum 20. Juli 2012 bei der Premiere des neuen «Batman»-Films in einem Kino in Aurora nahe Denver wahllos um sich gefeuert zu haben. Bei dem Blutbad wurden zwölf Menschen getötet und 70 weitere verletzt. Holmes wurde wegen zwölffachen Mordes und vielfachen versuchten Mordes angeklagt. Ausserdem muss er sich wegen des Besitzes von Sprengstoff und Brandbeschleuniger verantworten, mit denen er seine Wohnung präpariert hatte.

Als Reaktion auf den Amoklauf von Newtown strebt der US-Staat Connecticut eine drastische Verschärfung des Waffenrechts an. Nach wochenlangen Verhandlungen verständigten sich die Spitzenvertreter der Parteien unter anderem auf ein Verkaufsverbot von Magazinen mit hoher Patronenkapazität, wie sie bei dem Amoklauf im vergangenen Dezember verwendet wurden. Zudem sollen die derzeit im Umlauf befindlichen Magazine mit mehr als zehn Patronen neu registriert werden. Private Waffenverkäufe sollen besser kontrolliert werden.

Eines der strengsten Waffengesetze

Senatspräsident Donald E. Williams Jr. erklärte gestern, die Verhandlungen hätten eines «der strengsten und umfassendsten Waffengesetze der USA» hervorgebracht. Allerdings handelt es sich um einen Kompromiss, denn die Forderung nach einem kompletten Verbot von Magazinen mit hoher Patronenkapazität wurde abgeschwächt.

Bei dem Amoklauf an einer Grundschule in der Kleinstadt Newtown im vergangenen Dezember tötete der Schütze 26 Menschen, darunter 20 Kinder, und anschliessend sich selbst. Das Massaker hatte eine landesweite Kontroverse über die Waffengesetze in den USA ausgelöst.

(AFP)

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