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Gericht verlangt Vaterschaftstest von früherem Liebhaber Datis

Frankreichs ehemalige Justizministerin hat einen Zwischenerfolg mit ihrer Vaterschaftsklage errungen: Dominique Desseigne, 68-jähriger französischer Millionär, soll sich dem Gentest stellen. Er muss aber nicht.

Ob er der Vater ihrer Tochter ist, muss ein Gericht klären: Der französische Millionär Dominique Desseigne und die frühere französische Justizministerin Rachida Dati.
Ob er der Vater ihrer Tochter ist, muss ein Gericht klären: Der französische Millionär Dominique Desseigne und die frühere französische Justizministerin Rachida Dati.
AFP

Die Geburt der kleinen Zohra hatte vor fast vier Jahren in Frankreich zu wilden Spekulationen darüber geführt, wer der Vater des Mädchens sein könnte. Nun will die Mutter und ehemalige französische Justizministerin Rachida Dati dessen Identität mit einem Gentest feststellen lassen. Ein Gericht in Versailles ordnete einen Vaterschaftstest bei Datis früherem Geliebten Dominique Desseigne an.

Allerdings kann der 68-jährige Multimillionär und Geschäftsführer der Hotel- und Casinokette Groupe Lucien Barrière den Gentest verweigern. In der Vergangenheit hatte er mehrmals erklärt, zu einem solchen Test nicht bereit zu sein. Eine Weigerung könnte nach Einschätzung von Justizexperten allerdings als Eingeständnis der Vaterschaft ausgelegt werden. Sollte das Gericht urteilen, dass es sich bei Desseigne um Zohras Vater handelt, hätte Dati Anspruch auf Unterhaltszahlungen und ihre Tochter Erbschaftsrechte.

Dati soll mehrere Liebhaber gehabt haben

Nach Zohras Geburt im Januar 2009 hatte sich die damalige Justizministerin Dati nicht zum Vater ihrer Tochter geäussert. Vergangenen Monat erklärte die 46-Jährige dann, Desseigne sei der Vater des Mädchens und zog vor das Gericht in Versailles.

Das Rätselraten um den Vater von Zohra trug wesentlich zu Datis geheimnisvollem Image bei. Zum Zeitpunkt der Zeugung soll sie mehrere Liebhaber gehabt haben. Die französischen Boulevardblätter berichteten während ihrer Schwangerschaft über jeden Schritt der eleganten Ministerin mit Hang zu exquisiter Kleidung, teurem Schmuck und hochhackigen Schuhen.

Dati galt als Lieblingsministerin des ehemaligen französischen Präsidenten Nicolas Sarkozy. Die Tochter eines Marokkaners und einer Algerierin war als eines von elf Geschwistern in einer Sozialwohnung aufgewachsen und wurde in Sarkozys konservativem Kabinett als Beispiel für eine gelungene Integration gefeiert.

Derzeit sitzt Dati für die Stadt Strassburg im Europäischen Parlament. Als Bürgermeisterin des eleganten 7. Arrondissements von Paris hält sie allerdings weiterhin Kontakt zu den Machtzirkeln der Hauptstadt.

dapd/mw

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