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Heftiger Regen in Australien – Fische aus Brandgebiet gerettet

Der Regen nach den Flammen erleichtert die Arbeit der Feuerwehr, sorgt jedoch für Überflutungen. Mit einer Rettungsaktion wird der Galaxias vom Aussterben bewahrt.

Fussgänger in Sydney mit Regenschirmen: Auch die Küstenmetropole muss mit Überschwemmungen rechnen. (7. Februar 2020)
Fussgänger in Sydney mit Regenschirmen: Auch die Küstenmetropole muss mit Überschwemmungen rechnen. (7. Februar 2020)

Heftiger Regen hat einige Teile von Australien überflutet, aber auch die Arbeit der Feuerwehr in den Brandgebieten erleichtert. Im südöstlichen Bundesstaat New South Wales regnet es seit Mittwoch. Mehr als 500 Notrufe gingen deswegen bis zum Freitag ein. Zwei Menschen wurden vor den Wassermassen aus einem Wohnwagen gerettet. Eine Strasse wurde wegen möglicher Erdrutsche gesperrt.

Die Lage sei nicht allzu besorgniserregend, aber es seien viele Dachschäden und überschwemmte Häuser gemeldet worden, sagte ein Behördensprecher der australischen Nachrichtenagentur AAP. Die Wetterbehörde gab am Freitag eine Warnung heraus – auch die Küstenmetropole Sydney könnte von Überschwemmungen betroffen sein.

Die Feuerwehr freute sich angesichts der noch immer tobenden Brände über den Niederschlag. «So schön, gestern Abend den Regen zu hören und zur Abwechslung heute Morgen beim Fahren die Scheibenwischer anzuhaben», twitterte Feuerwehrchef Shane Fitzsimmons. Die Zahl der Brände in dem Bundesstaat sank seit Mittwoch von rund 60 auf 40. Am Freitag erklärte die Feuerwehr auf Facebook, dass es jetzt verstärkt um die Fluten gehe.

In Australien toben seit Monaten schwere Buschfeuer, besonders im Südosten des Kontinents. Nach wissenschaftlichen Schätzungen kamen mehr als eine Milliarde Tiere dabei ums Leben.

Seltene Fische vor dem Feuer gerettet

Bessere Nachrichten gibt es dafür über eine extrem seltene Fischart. So konnten mehr als hundert Galaxias-Fische vor dem Feuer gerettet werden. Sie wurden mit Stromstössen betäubt, wie die Nachrichtenagentur SDA berichtet.. Das soll die etwa fingergrossen Süsswasserfische mit dem lateinischen Namen Galaxias tantangara vor dem möglichen Aussterben bewahren.

Bild eines Galaxias'. Quelle: Fishes of Australia
Bild eines Galaxias'. Quelle: Fishes of Australia

Wissenschaftler der Universität Canberra holten vergangenen Monat 142 Tiere aus einem Strom im Kosciuszko Nationalpark, noch während es dort brannte. Die Fische, die bislang nur in einem drei Kilometer langen Flussabschnitt nachgewiesen wurden, bekamen dafür zur Betäubung Elektrostösse.

Der Bestand war bereits vor den Feuern stark geschrumpft. Als in Australien vor etwa 100 Jahren Forellen zum Freizeit-Angeln eingeführt wurden, verschwanden dadurch laut Forschungen bereits 98 Prozent von Galaxias tantangara. Es soll nur noch um die 2000 erwachsene Exemplare geben.

Regen schlimmer als Feuer

Fische überleben die Flammen, schlimmer ist für sie der Regen danach, der halbverbrannte Blätter ins Wasser spült, die im Wasser zerfallen und den Sauerstoff entziehen, wie der Ökologe Mark Lintermans erklärte.

Nun sind die sogenannten Galaxien in einer Fischzucht-Station gesichert. «Das beste Szenario ist, dass wir sie in vier bis fünf Monaten wieder aussetzen können, schlimmstenfalls behalten wir sie und lernen, wie man sie züchtet», sagte Lintermans.

Ein Wallaby sitzt unter verbrannten Bäumen im Kosciuszko-Nationalpark in New South Wales. Bild: Tracey Nearmy/Reuters
Ein Wallaby sitzt unter verbrannten Bäumen im Kosciuszko-Nationalpark in New South Wales. Bild: Tracey Nearmy/Reuters

Zyklon nähert sich

Im Nordwesten des Kontinents näherte sich unterdessen Zyklon «Damien», der nach Behördenangaben am Samstag Böen von bis zu 230 Stundenkilometern bringen könnte. Bewohner in einigen Gebieten wurden aufgerufen, Schutz zu suchen. Auch Häfen bereiteten sich vor, darunter Port Hedland. Für die Gegend ist es der dritte Zyklon der Saison. Es wurde damit gerechnet, dass «Damien» Samstag die Kategorie vier von fünf hat, wenn er die Küste von Pilbara erreicht.

Wirbelt auf Port Hedland zu: Zyklon Damien auf einer aktuellen Darstellung von Google Earth. Bild: Google
Wirbelt auf Port Hedland zu: Zyklon Damien auf einer aktuellen Darstellung von Google Earth. Bild: Google

(SDA)

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