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Heftiger Taifun hält Japan in Atem

Ein gewaltiger Sturm zieht über Japan hinweg. Die Böen erreichen mehr als 240 Kilometer pro Stunde. Jetzt nimmt der Taifun Kurs auf Tokio.

Eine Schlammlawine zerstört in Nagiso Strassen und Häuser. (10. Juli 2014)
Eine Schlammlawine zerstört in Nagiso Strassen und Häuser. (10. Juli 2014)
Reuters
Auch auf dem Weg zur koreanischen Halbinsel: Wellen branden gegen einen Leuchtturm auf der südkoreanischen Insel Jeju. (9. Juli 2014)
Auch auf dem Weg zur koreanischen Halbinsel: Wellen branden gegen einen Leuchtturm auf der südkoreanischen Insel Jeju. (9. Juli 2014)
AP Photo/Yonhap, Ko Sung-sik, Keystone
Bereiten sich auf das Schlimmste vor: Ein Mann sichert Fischerboot an Land, bevor der Taifun die Küste erreicht. (7. Juli 2014)
Bereiten sich auf das Schlimmste vor: Ein Mann sichert Fischerboot an Land, bevor der Taifun die Küste erreicht. (7. Juli 2014)
Kyodo, Reuters
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Ein heftiger Taifun ist mit Windgeschwindigkeiten von bis zu 194 Kilometern pro Stunde über die Okinawa-Inseln im Süden Japans hinweggefegt. Wie die Regierung der Präfektur Okinawa mitteilte, wurden zehn Menschen verletzt, einer davon schwer. Zudem galt ein Fischer als vermisst. Sturmböen bis zu 240 Stundenkilometer peitschten die Wellen 14 Meter hoch.

Ein Mann sei umgekommen, als sein Boot bei schwerem Seegang volllief, berichtete der TV-Sender NHK. Mehr als ein Dutzend Bewohner mussten mit Verletzungen wie gebrochenen Handknochen oder eingequetschten Fingern ins Spital gebracht werden, wie die «Okinawa Times» am Nachmittag meldete. Berichte über grössere Sachschäden lagen jedoch zunächst nicht vor.

Mit gewaltigem Tosen peitschte «Neoguri» durch die Strassen auf Okinawa, riss Zweige von den Palmen, stürzte Mopeds um. «Der Sturm ist so stark, dass sogar das Haus anfing zu wackeln», schilderte ein Bewohner der Provinzhauptstadt Naha im Fernsehen. Rund eine halbe Million Bewohner waren aufgerufen, sich in Sicherheit zu bringen, wie der Fernsehsender NHK am Dienstag meldete. Mehrere hundert Bewohner suchten daraufhin Schutz in Notunterkünften.

Der deutsche ISS-Astronaut Alexander Gerst konnte das Auge des Taifuns fotografieren. (8. Juli 2014/Fotos: Twitter/Astro_Alex)

Experten bezeichneten den Taifun namens «Neoguri» als einen der stärksten, die Japan während der Sommermonate bisher heimsuchten. Nach Angaben des japanischen Meteorologiezentrums zog der Sturm in Richtung der Insel Kyushu weiter und nahm Kurs auf Japans Hauptinsel Honshu, auf der sich auch die Hauptstadt Tokio befindet. Im Verlauf dürfte der Taifun an Kraft verlieren, doch Windböen und heftiger Regen könnten mit Erdrutschen und Hochwasser für Schäden sorgen, warnte Satoshi Ebihara vom Nationalen Meteorologiezentrum.

Keine Schäden auf den Philippinen

Auf Okinawa befinden sich mehrere Stützpunkte des US-Militärs, die dort stationierten rund 25 000 Soldaten mussten alle Aktivitäten im Freien einstellen. Das Fernsehen zeigte Bilder von kaputten Häusern, zerstörten Schaufenstern und umgeknickten Bäumen auf den Okinawa-Inseln.

«Neoguri»ist koreanisch und bedeutet «Waschbär-Hund». Dieses Tier - auch Marderhund genannt - ist eine in Ostasien häufig vorkommende Spezies, das kniehohe Tier sieht aus wie eine Kreuzung aus einem Waschbär und einem Hund.

Gestern war der Taifun auf seinem Weg nach Südjapan an den Philippinen vorbeigezogen, ohne Schäden zu hinterlassen. Der Inselstaat war im vergangenen November vom Taifun «Haiyan» schwer verwüstet worden. In China und Taiwan warnten die Behörden Schiffe, sich vom Sturm fernzuhalten.

AP/sda/ldc

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