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Material von Grenfell Tower für Schweizer Hochhäuser verboten

Bei der Verkleidung des Grenfell Tower wurden brennbare Materialien verwendet. Der Kunststoffschaum ist in der Schweiz nicht zugelassen.

Bewohner anderer britischer Hochhäuser sind auch gefährdet: Anwohner beobachtet die Rauchsäule beim Grenfell Tower. (14. Juni 2017)
Bewohner anderer britischer Hochhäuser sind auch gefährdet: Anwohner beobachtet die Rauchsäule beim Grenfell Tower. (14. Juni 2017)
Keystone
Eine traurige Bilanz vor einem schwarzen Hintergrund: Polizei-Kommandant Stuart Cundy informiert die Medien über die neuen Untersuchungen. (17. Juni 2017)
Eine traurige Bilanz vor einem schwarzen Hintergrund: Polizei-Kommandant Stuart Cundy informiert die Medien über die neuen Untersuchungen. (17. Juni 2017)
Victoria Jones, Keystone
Das Feuer reichte von der zweiten Etage bis ganz nach oben zum Dach. (14. Juni 2017)
Das Feuer reichte von der zweiten Etage bis ganz nach oben zum Dach. (14. Juni 2017)
Giulio Thuburn, AFP
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Die britischen Behörden gehen davon aus, dass rund 600 Hochhäuser allein in England eine ebenso leicht entzündbare Fassadenverkleidung haben wie der ausgebrannte Grenfell Tower in London.

Das ergab nach Angaben der britischen Regierung vom Donnerstag eine Überprüfung sämtlicher Sozialbauten, die nach dem Inferno mit mindestens 79 Todesopfern angeordnet wurde. Bei drei Hochhäusern in Grossbritannien sei bereits eine Fassadenverkleidung aus genau demselben Material wie beim Grenfell Tower nachgewiesen worden.

«Leicht entzündbares» Material

Das Feuer in dem 24-stöckigen Sozialbau hatte sich rasend schnell über die Fassade ausgebreitet. Das Material der Aussenverkleidung steht daher im Zentrum der Aufarbeitung der Katastrophe.

Premierministerin Theresa May berichtete am Donnerstag im Parlament, bei mehreren Tests an Wohnblocks sei «leicht entzündbares» Material gefunden worden. Die zuständigen Behörden und die Feuerwehr seien bereits darüber informiert worden.

In der Schweiz verboten

Der im Hochhaus verwendete Dämmstoff bestand aus einem Polysiocyanurat-Kunststoffschaum, wie die britische Zeitung «Telegraph» berichtet, die sich auf Behörden beruft.

Dieses Material sei brennbar und dürfe in der Schweiz bei einem Hochhaus nicht verwendet werden, schreibt die Vereinigung Kantonaler Feuerversicherungen. Laut Medienberichten soll der Dämmstoff beim Brand in London auch giftige Gase freigesetzt haben.

Auch eine Gebäudebekleidung mit einem Polyethylen-Kern, wie sie laut Telegraph beim Grenfell Tower verwendet wurde, sei in der Schweiz tabu. Seit jeher dürften in der Schweiz für Gebäude, die höher als 30 Meter sind, keine brennbaren Materialien für die Aussenwandbekleidung verwendet werden.

SDA/kaf

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