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«Hört auf zu shoppen und schliesst euch der Bewegung an»

In der US-Stadt Ferguson platzten Demonstranten mitten in die traditionelle Rabattschlacht zum Black Friday. Sie erzwangen die Schliessung eines Einkaufszentrums.

Fordern politisches Engagement statt Konsum: Protestzug durch die Saint Louis Galleria mall. (28. November 2014)
Fordern politisches Engagement statt Konsum: Protestzug durch die Saint Louis Galleria mall. (28. November 2014)
Joshua Lott/Getty Images, AFP
Angespannte Ruhe: Eine Lichterkette vor dem Polizeipräsidium in Ferguson. (27. November 2014)
Angespannte Ruhe: Eine Lichterkette vor dem Polizeipräsidium in Ferguson. (27. November 2014)
Reuters
Die Menschen in Ferguson sind nach dem Entscheid aufgebracht. (24. November 2014)
Die Menschen in Ferguson sind nach dem Entscheid aufgebracht. (24. November 2014)
Reuters
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Proteste gegen die Geschworenen-Entscheidung im Fall Michael Brown haben in Ferguson zu mehreren Festnahmen geführt und den traditionellen Beginn der vorweihnachtlichen Einkaufszeit in den USAstreckenweise lahmgelegt. Ein belebtes Einkaufszentrum nahe Ferguson musste am sogenannten Black Friday wegen einer organisierten Demonstration ebenso geschlossen werden wie eine weitere Mall wenige Kilometer entfernt. Während es in mehreren US-Grossstädten zu Protesten kam, schmissen gewalttätige Demonstranten in der Metropole San Francisco Schaufensterscheiben ein.

Bei einer eingangs friedlichen Demonstration vor dem Polizeidezernat von Ferguson eskalierten die Spannungen am späten Freitagabend (Ortszeit), nachdem die Polizei gesagt hatte, der Protest blockiere illegalerweise eine grosse Strasse. Polizeisprecher konnten zunächst nicht sagen, wie viele Menschen festgenommen wurden.

Ladeninhaber lassen Sicherheitstüren herunter

In der Mall im Westen von St. Louis knapp 16 Kilometer südlich von Ferguson breiteten sich am Freitag mindestens 200 Demonstranten aus. Während die Protestler «Hört auf zu shoppen und schliesst euch der Bewegung an» riefen, liessen etliche Ladeninhaber ihre Sicherheitstüren herunter. Die Behörden schlossen die Mall schliesslich für knapp eine Stunde. Eine ähnliche Situation lösten etwa 50 Menschen mit einem Protest in einem Zentrum etwa zwölf Kilometer weiter westlich aus. Zu Festnahmen kam es in beiden Fällen nach ersten Informationen nicht.

Die Wut der Demonstranten richtet sich gegen die Entscheidung der Jury, den weissen Polizisten Darren Wilson, der im August in der Stadt Ferguson den unbewaffneten schwarzen Jugendlichen Brown erschossen hatte, nicht vor Gericht zu stellen.

In Chicago versammelten sich weitere rund 200 Menschen nahe dem Einkaufsviertel Magnificent Mile. Im Norden Kaliforniens wurden mehr als zwölf Personen festgenommen, nachdem rund 125 Demonstranten in T-Shirts mit der Aufschrift «Leben von Schwarzen sind von Bedeutung» versucht hatte, den Zugverkehr zwischen Oakland und San Francisco lahmzulegen. Auch in Seattle blockierten Dutzende Menschen Strassen.

Mit Hammern Schaufenster eingeschlagen

Auch im Zentrum von San Francisco gingen Hunderte Demonstranten aus Protest gegen die angezweifelte Jury-Entscheidung auf die Strasse. Wie der Fernsehsender KGO-TV in der Nacht zum Samstag berichtete, benutzten einige der Protestler Hammer, um damit die Schaufenster von Geschäften im zentralen Einkaufsviertel Union Square einzuschlagen. Anschliessend wurden die gewalttätigen unter den Demonstranten von der Polizei daran gehindert, die Beleuchtung eines grossen Weihnachtsbaumes in dem beliebten Stadtteil zu zerstören.

Anderswo war der Zulauf eher gering. Im New Yorker Stadtteil Brooklyn war ein «Hände hoch, nicht schiessen»-Protest angekündigt, doch niemand kam, um zu demonstrieren. Am «Black Friday», dem Tag nach Thanksgiving, locken Einzelhandelsketten Kunden mit besonders günstigen Schnäppchen in die Läden.

Seit der Entscheidung der Geschworenen am Montag, Wilson nicht anzuklagen, ist es in Ferguson und in den ganzen USAzu Protesten gekommen. Nach einer ersten Krawallnacht beruhigte sich die Lage aber grundsätzlich wieder.

sda/AP/rub/fko

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