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Hundert Vermisste in Tasmanien

Auf der australischen Insel wüten seit Tagen Waldbrände. Viele Bewohner hausen bei extremer Hitze in Notunterkünften. Ein Ende ist nicht in Sicht: Die Temperaturen werden weiter steigen.

Verheerendes Feuer: Rauchwolken von einem Buschbrand über Forcett. (4. Januar 2013)
Verheerendes Feuer: Rauchwolken von einem Buschbrand über Forcett. (4. Januar 2013)
Reuters

Auf der australischen Insel Tasmanien haben die seit Tagen wütenden Waldbrände womöglich mehrere Menschen getötet. Etwa hundert Menschen würden vermisst, sagte Tasmaniens Polizeichef Scott Tilyard heute.

Die Waldbrände waren am Freitag ausgebrochen. Sie zerstörten an der Südostküste der Insel ganze Dörfer. Im Fernsehen veröffentlichte Luftaufnahmen zeigten verwüstete Gebiete, die Mondlandschaften glichen.

Die Polizei ging von Haus zu Haus, um nach den etwa hundert Vermissten zu suchen. «Diese Menschen müssen nicht unbedingt zu Schaden gekommen sein», sagte Polizeichef Tilyard. «Aber offensichtlich können wir das nicht ausschliessen, bis wir Kontakt zu diesen Menschen haben», fügte er hinzu. «Wir müssen uns darauf einstellen, dass wir einen oder mehrere Tote finden werden.»

Dunalley besonders betroffen

Am schlimmsten war die Lage in Dunalley, rund 55 Kilometer östlich von Hobart. Mindestens 70 Gebäude wurden durch die Brände zerstört, darunter die Polizeiwache und eine Schule. Die Hauptstrasse war komplett abgebrannt.

Augenzeugen zufolge zerbarsten Bäume in der Hitze. «Die Bäume gingen einfach hoch. Sie waren wie Böller – die Flammen schossen fünf bis neun Meter hoch», sagte Tony Young, ein Einwohner aus Dunalley, dem Radiosender ABC. Andere berichteten von ihrer dramatischen Flucht vor den Flammen, einige Bewohner retteten sich in den Kanal von Dunalley.

Auf der südlich von Australien gelegenen Insel, die normalerweise für ihr gemässigtes Klima bekannt ist, herrschen derzeit Temperaturen von mehr als 40 Grad Celsius. In der Inselhauptstadt Hobart wurden am Freitag mit 41,8 Grad die höchsten Temperaturen seit Beginn der Wetteraufzeichnungen vor rund 130 Jahren gemessen.

Tausende in Sicherheit gebracht

Insgesamt mussten rund 3000 Menschen vor den Flammen in Sicherheit gebracht werden, viele hielten sich heute in Notunterkünften auf. Die Feuer wüteten vor allem östlich und westlich von Hobart und machten Strassen unpassierbar.

Nach Angaben der Feuerwehr standen Hunderte Kilometer Waldfläche unkontrolliert in Flammen. Dank nachlassender Winde gelang es den Einsatzkräften, rund 20 aktive Feuer einzudämmen. Schon in einigen Tagen dürfte sich die Wetterlage wegen steigender Temperaturen laut Feuerwehr wieder verschlechtern.

Extreme Hitze

Die australische Premierministerin Julia Gillard wollte sich morgen Montag in Dunalley ein Bild vom Ausmass der Zerstörung machen. Gillard sagte den Opfern der Buschbrände, die derzeit unter anderem auch in den Bundesstaaten Victoria, New South Wales und Queensland wüten, staatliche Unterstützung zu. Die Regierung warnte auch vor den gesundheitlichen Gefahren durch die starke Hitze im Land.

Die britische Königin Elizabeth II., die Australiens Staatsoberhaupt ist, übermittelte den Bürgern von Tasmanien ihr Beileid und ihre «grosse Besorgnis» angesichts der Zerstörungen. Sie äusserte ihre «Bewunderung» für die Feuerwehrleute, Rettungskräfte und freiwilligen Helfer, «die unermüdlich im Einsatz sind, um die Lage unter Kontrolle zu bekommen».

Weite Teile Australiens leiden derzeit unter einer Hitzewelle mit Temperaturen über 40 Grad. Im trockenen Klima Australiens gibt es immer wieder Waldbrände. Bei der schwersten derartigen Katastrophe der jüngeren Geschichte wurden im Februar 2009 bei Feuern rund um Melbourne 173 Menschen getötet und mehr als 400 weitere verletzt. Rund 2000 Häuser fielen damals den Flammen zum Opfer.

SDA/rbi

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