Zum Hauptinhalt springen

«Ich habe eine Elektroschockpistole gehört»

Der Filmer äusserte sich erstmals zum Handyvideo von den Polizeischüssen in South Carolina. Der Anwalt des Opfers bezeichnete ihn als «Helden». Die Stadt kauft nun Minikameras für Polizisten.

Er filmte das Video von den tödlichen Polizeischüssen in North Charleston: Feidin Santana im Interview mit einem US-Newssender. (Bild: Screenshot NBC News)
Er filmte das Video von den tödlichen Polizeischüssen in North Charleston: Feidin Santana im Interview mit einem US-Newssender. (Bild: Screenshot NBC News)

Nach den tödlichen Schüssen eines weissen US-Polizisten auf einen anscheinend unbewaffneten Schwarzen hat auch die Bundespolizei FBI mit Ermittlungen begonnen. Die Behörde prüft unter anderem, ob der 33 Jahre alte Beamte eine Bürgerrechtsverletzung begangen hat.

Der auf Video festgehaltene neue Fall tödlicher Polizeigewalt gegen Schwarze löste in den USA grosse Empörung aus. Der Beamte wurde wegen Mordes angeklagt. Zudem sei der Schütze aus der Polizeiabteilung entlassen worden, gab der Bürgermeister von North Charleston im Staat South Carolina, Keith Summey, bekannt.

Der Bürgermeister sprach bei einer Pressekonferenz von einer «schrecklichen Tragödie in unserer Gemeinde» und kündigte den Kauf von 101 Minikameras an, die die Polizisten künftig an ihrer Uniform tragen sollen. Immer wieder wurde er durch wütende Rufe von Bewohnern der Stadt unterbrochen.

Handyfilmer meldet sich

Unterdessen meldete sich erstmals der Urheber des Handyvideos zu Wort. Bevor er die Aufnahme startete, hätten der Polizist und der 50 Jahre alte Afroamerikaner eine körperliche Auseinandersetzung gehabt, sagte der junge Mann dem TV-Sender NBC.

Er habe mit der Aufnahme begonnen, als er das Geräusch eines Elektroschockpistole gehört habe, berichtete Santana. «Herr Scott versuchte nur, von dem Elektroschocker wegzukommen», sagte der Augenzeuge.

«Sie waren auf dem Boden. Ich erinnere mich, dass der Polizist die Kontrolle über die Situation hatte.» Das Opfer habe nur noch weglaufen wollen und sei keine Bedrohung gewesen. Der Beamte «hat eine falsche Entscheidung getroffen, und man bezahlt für seine Entscheidungen ein Leben lang».

Achtmal geschossen

Laut «New York Times» schoss der Polizist achtmal. Der Flüchtende wurde fünfmal getroffen, davon viermal im Rücken, wie die Lokalzeitung «Post and Courier» unter Berufung auf die Obduktionsergebnisse berichtete. Zwei Treffer seien tödlich gewesen.

Der Bürgermeister hatte zusammen mit dem städtischen Polizeichef Eddie Driggers die Angehörigen des getöteten Schwarzen besucht. «Bitte betet für die Familie», bat Summey die Bevölkerung.

Summey sagte, der Polizist habe eine falsche Entscheidung getroffen. «Wenn man falsch liegt, liegt man falsch», erklärte der Bürgermeister. Er äusserte aber auch Mitgefühl für die Familie des Schützen: Dessen Frau ist im achten Monat schwanger.

sda/AP/chk

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch