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«Ich habe manchmal Angst vor Dir»

In Pretoria ist der Mordprozess gegen Oscar Pistorius in die vierte Woche gestartet. Handy-Nachrichten belegen, dass Freundin Steenkamp sich vor dem Sportler fürchtete. Zudem gab es weitere belastende Zeugenaussagen.

«Wir werden die Wahrheit ans Licht bringen.» : Staatsanwalt Gerrie Nel. (7. August 2014)
«Wir werden die Wahrheit ans Licht bringen.» : Staatsanwalt Gerrie Nel. (7. August 2014)
Mujahid Safodien, AFP
Pistorius am Tag vor dem Schlussplädoyer des Staatsanwalts. (7. August 2014)
Pistorius am Tag vor dem Schlussplädoyer des Staatsanwalts. (7. August 2014)
Werner Beukes, AFP
Der Fall Pistorius erinnert an den Fall des früheren Football-Stars O. J. Simpson in den USA. Simpson wurde 1995 vom Vorwurf des Mordes an seiner Ex-Frau freigesprochen – bis heute glauben viele Amerikaner an ein Fehlurteil.
Der Fall Pistorius erinnert an den Fall des früheren Football-Stars O. J. Simpson in den USA. Simpson wurde 1995 vom Vorwurf des Mordes an seiner Ex-Frau freigesprochen – bis heute glauben viele Amerikaner an ein Fehlurteil.
Keystone
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Die Freundin des südafrikanischen Sprint-Stars Oscar Pistorius hatte in den Wochen vor ihrem gewaltsamen Tod in Handy-SMS Angst vor ihm geäussert und sich über seine Unbeherrschtheit beschwert. Das sagte der Polizeibeamte und Handyexperte Francois Moller als Zeuge der Staatsanwaltschaft aus. Im Gerichtssaal las er mehrere von Reeva Steenkamp an Pistorius gesendete Textnachrichten vor, die er aus dem Mobilfunktelefon der Getöteten gezogen hatte.

Die Staatsanwaltschaft wirft dem beidseitig beinamputierten Athleten vor, im Morgengrauen des 14. Februar 2013 seine Freundin nach einem Streit mit mehreren Schüssen durch die verschlossene Toilettentür in seinem Haus getötet zu haben. Der 27-Jährige spricht hingegen von einem Versehen, da er sie für einen Einbrecher gehalten habe.

«Angst vor Deiner Art, wie Du nach mir schnappst»

«Ich habe manchmal Angst vor Dir und Deiner Art, wie Du nach mir schnappst und wie Du Dich mir gegenüber verhältst», las Moller eine der SMS von Steenkamp vor. Zugleich sagte er, von den von ihm untersuchten Textnachrichten seien etwa 90 Prozent normale und «liebevolle» SMS gewesen. Die Daten von Steenkamps Handy füllten mehr als 35'000 Drucker-Seiten, berichtete Moller.

Zuvor hatte die vierte Woche im Prozess gegen Pistorius mit den Aussagen einer Nachbarin begonnen. Anette Stipp berichtete, sie habe zur Tatzeit Schüsse gehört und danach die «angsterfüllten» Schreie einer Frau. Nach weiteren Schüssen seien die Schreie verstummt. Pistorius-Anwalt Barry Roux versucht hingegen darzulegen, dass die Schreie, über die schon mehrere Nachbarn im Zeugenstand berichtet hatten, von Pistorius stammten.

Verfahren wird bis Mitte Mai gehen

Der beidseitig beinamputierte Athlet habe mit hoher Stimme geschrien, nachdem er aus Versehen auf seine Freundin geschossen habe, argumentierte Roux. «Man konnte eindeutig zwei verschiedene Stimmen hören», sagte hingegen Pistorius-Nachbarin Stipp.

Chefankläger Gerrie Nel will diese Woche die letzten vier bis fünf Zeugen hören, um dann den Fall abzuschliessen. Anschliessend wird die Verteidigung das Wort haben. Das Verfahren wird nach Angaben von Gerichtsbeamten noch bis 16. Mai gehen.

SDA/kpn

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