Zum Hauptinhalt springen

Immer mehr Amerikaner unter Ebola-Quarantäne

Die US-Gesundheitsbehörden rätseln immer noch, wie sich zwei Klinkangestellte trotz Schutzanzügen mit Ebola infizieren konnten. Immer mehr Personen werden unter Beobachtung gestellt.

In den USA wächst die Angst vor Ebola: Student Mathew Jacob bei einer Übung mit Schutzkleidung an der Brookhaven College School of Nursing in Farmers Branch, Texas. (14. Oktober 2014)
In den USA wächst die Angst vor Ebola: Student Mathew Jacob bei einer Übung mit Schutzkleidung an der Brookhaven College School of Nursing in Farmers Branch, Texas. (14. Oktober 2014)
The Dallas Morning News, Andy Jacobsohn, Keystone

Nach der zweiten Ebola-Infektion in den USA bemühen sich die Behörden intensiv um eine Eindämmung des gefährlichen Virus. Flugpassagiere, die mit der Pflegekraft noch vor dem Ausbruch ihrer Krankheit gereist waren, wurden aufgefordert, sich zu melden. Die Wohnung der infizierten Person wurde dekontaminiert. US-Präsident Barack Obama sagte am Mittwoch eine geplante Wahlkampfreise nach New Jersey und Connecticut ab, um mit seinem Stab über Ebola zu beraten.

Die zweite infizierte Pflegekraft hatte ebenso wie die Krankenschwester Nina Pham den Liberianer Thomas Eric Duncan versorgt, der das Virus aus Liberia eingeschleppt hatte und schliesslich in einem Krankenhaus in Texas starb. Wer die zweite infizierte Person ist, wurde noch nicht bekannt.

Auch ist unklar, wie sich das Personal des Texas Health Presbyterian Hospitals in Dallas trotz Schutzanzügen infizierte. Die zweite Ansteckung deutet aber darauf hin, dass es kein einmaliger Fehler war – etwa beim An- oder Ausziehen der Schutzkleidung.

76 Personen unter Beobachtung

Insgesamt wurden nach dem Tod Duncans 76 Personen in der Klinik unter Beobachtung gestellt. Nach Pham, die unter Quarantäne steht, meldete sich am Dienstag die zweite Pflegekraft mit Fieber und wurde nach einer vorläufigen Ebola-Diagnose isoliert. Bereits wenige Stunden später nahm ein Seuchenschutz-Team in Schutzanzügen seine Arbeit in der Wohnung der alleine lebenden Person auf.

Noch am Montagabend war die infizierte Person gemeinsam mit 132 anderen Passagieren von Cleveland im Staat Ohio nach Dallas geflogen - nach einem Hinflug am Freitag. Allerdings zeigte sie im Flugzeug offenbar noch keine Symptome. Erst am Dienstagmorgen bekam die Person Fieber. Infizierte gelten als nicht ansteckend, solange sie keine Symptome der Erkrankung zeigen.

Das CDC rief dennoch alle Mitreisenden auf, sich zu melden und beobachten zu lassen. Das Flugzeug wurde nach der Landung in Dallas gründlich und den CDC-Regeln entsprechend gereinigt, hiess es in einer Erklärung von Frontier Airlines. Aktien von anderen grossen Fluggesellschaften fielen am Mittwoch bis mittags (Ortszeit) um bis zu sechs Prozent.

Kritik an Spital wird lauter

Die Kritik am Texas Health Presbyterian Hospital wurde angesichts der zweiten Infektion immer lauter. Pfleger und Schwestern berichteten von chaotischen Verhältnissen. Einige der Mitarbeiter teilten ihrer Gewerkschaft mit, dass Duncan stundenlang in der offenen Notaufnahme gelegen habe. Mehrere Tage lang sei der Liberianer zudem ohne die nötige Schutzkleidung gepflegt worden, hiess es von National Nurses United.

«Was dort passierte, was auch immer der Grund war, ist nicht akzeptabel», sagte der Direktor des Instituts für Allergie und Infektionskrankheiten, Anthony Fauci, dem Sender MSNBC. Und auch der Leiter der US-Seuchenbehörde CDC, Tom Frieden, gestand ein, dass die Behörden bei der Eindämmung des Virus nicht aggressiv genug vorgegangen seien. Künftig soll eine eigene Eingreiftruppe des CDC bei Neuinfektionen zum Einsatz kommen.

Nach der zweiten Infektion kamen auch Zweifel auf, ob das Krankenhaus in Dallas eine weitere Ausbreitung effizient verhindern könne. Zur möglichen Verlegung der Infizierten in eine von vier Spezialkliniken in die USA wollte Gesundheitsministerin Sylvia Burwell allerdings nichts sagen. «Wir werden vorerst alle Optionen und Erwägungen offen halten», sagte sie dem Sender NBC.

AFP/rar

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch