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«In der RS waren wir besser gesichert»

Mitgefühl, Unverständnis und Erinnerungen an die eigene Pfadi-Zeit: Wie Leser den Unfall im Cevi-Lager kommentieren.

Ein Cevi-Lager bei Oetwil an der Limmat hat an Pfingsten für ein achtjähriges Mädchen tödlich geendet: Es rutschte an einer Seilbahnkonstruktion ungebremst in einen Baum und erlag später den Verletzungen. Der Unfall sorgt auch bei den Leserinnen und Lesern von Redaktion Tamedia für zahlreiche Kommentare. Viele drücken ihr Mitgefühl aus und stellen die Schuldfrage.

Keine Strohballen am Baum?

Christine Keller fragt, ob in Lagern derart «krasse Action-Aktivitäten» nötig seien: «Geht es nicht einfach mit einer Schnitzeljagd oder Versteckis?» Regula Uerstand versteht nicht, dass man beim Velofahren einen Helm tragen soll, aber nicht bei der Seilbahnübung – zum jetzigen Zeitpunkt ist noch offen, ob das verunfallte Mädchen einen Helm trug. Ernst Christen fragt, weshalb am Baum kein Strohballen, eine Matratze oder Ähnliches befestigt worden sei, das den Aufprall gebremst hätte. Thierry Follonier ist der Meinung, dass die Eltern sofort einen Anwalt einschalten sollen.

«In der RS waren wir bei den Panzergrenadieren besser gesichert», schreibt Mangold Nehmer. Für ihn ist unverständlich, weshalb man ein achtjähriges Mädchen über diese Höhe schickt.

«Jede Aktivität muss genehmigt werden»

In den Kommentaren wird auch auf die vielen anderen Lager der Jugendverbände eingegangen. Benjamin Hotz, der nach eigenen Angaben Cevi-Leiter ist, schreibt, dass grossen Wert auf Sicherheitsvorschriften und Sicherheit allgemein gelegt werde. «Jede Aktivität, wie zum Beispiel eine Seilbahn zu bauen, wird zuerst mit einem J+S Verantwortlichen schriftlich besprochen und von diesem genehmigt.» Rena Haug glaubt an die Verantwortung der Lagerleiter: «Ein tragischer Unfall! Wenn man aber bedenkt, wie viele Tausend Kinder jedes Jahr an Lagern teilnehmen und wie wenig schwerwiegende Unfälle überhaupt passieren, kann man getrost davon sprechen, dass die Veranstalter die Verantwortung problemlos übernehmen können.»

«Schon vor 30 Jahren in der Pfadi gemacht»

Viele Kommentatoren sprechen den Angehörigen ihr Mitgefühl aus, denken aber auch an die Cevi-Leiter. Lea Bay ist überzeugt, dass der Unfall die Leiter noch ein Leben lang begleiten werde, dass ein ihnen anvertrautes Kind gestorben sei – «unabhängig von der Schuldfrage». Als ehemalige Pfadileiterin sei sie nach jedem Lager unendlich froh gewesen, wenn man alle gesund zurückgebracht habe.

Und stellvertretend für viele Leserkommentare schreibt Ernst Brunner: «In der Pfadi haben wir schon vor 30 Jahren solche Sachen gemacht – mit weniger Sicherheitsvorschriften.»

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