Zum Hauptinhalt springen

In New York gehen die Lichter wieder an

Immer mehr Haushalte an der Ostküste der USA werden wieder mit Strom versorgt. Inzwischen ist aber das Benzin knapp geworden. Präsident Obama verspricht Hilfe.

Der grosse Brocken der Arbeit liegt noch vor ihnen: US-Soldaten räumen im Queens Trümmer weg. (12. November 2012)
Der grosse Brocken der Arbeit liegt noch vor ihnen: US-Soldaten räumen im Queens Trümmer weg. (12. November 2012)
Reuters
Regelt den Verkehr: Der 12-jährige John Papanier in Staten Island, New York. (10. November 2012)
Regelt den Verkehr: Der 12-jährige John Papanier in Staten Island, New York. (10. November 2012)
Keystone
Packt selbst an: Ein Mann trägt sein Hab und Gut aus dem beschädigten Haus. (30. Oktober 2012)
Packt selbst an: Ein Mann trägt sein Hab und Gut aus dem beschädigten Haus. (30. Oktober 2012)
Keystone
1 / 30

Nach den schweren Stromausfällen wegen Sturm Sandy gehen in New York wieder die Lichter an. Weniger als eine Million Kunden seien im US-Staat New York noch ohne Elektrizität, teilten die Versorgungsunternehmen mit. Das sei die geringste Zahl seit dem schweren Unwetter am vergangenen Dienstag. Unterdessen sammelten Pop- und Rockstars bei einem Benefizkonzert Spenden für die Opfer des Sturms. Der für Sonntag geplante New York Marathon wurde hingegen abgesagt. US-Präsident Barack Obama informierte sich bei der nationalen Katastrophenschutzbehörde Fema über den Stand der Aufräumarbeiten.

Im New Yorker Stadtteil Manhattan ist die Stromversorgung fast vollständig wiederhergestellt worden. Nur ein paar Gebäude und Grundstücke seien noch von der Stromversorgung abgeschnitten, teilte der Anbieter Con Ed mit. «Im Grossen und Ganzen gibt es sicher genug Licht und Leistung, um viele Leute zurück auf die Strassen zu bringen und diese Filmkulisse loszuwerden, als wären wir in einer Art Geisterstadt in einem Horrorfilm», sagte ein Con Ed-Sprecher dem örtlichen Fernsehsender NY1.

In anderen Bezirken der Millionenmetropole sind aber weiterhin weite Teile vom Stromausfall betroffen. Am Morgen waren nach Angaben der Versorger noch insgesamt 908'000 Haushalte ohne Strom. Mit 460'000 Häusern und Geschäften ohne Elektrizität meldete das Versorgungsunternehmen von Long Island die meisten Ausfälle. Auch in den Bezirken Orange und Rockland war die Stromversorgung noch nicht vollständig wieder hergestellt. In Manhattan kam es bei den Reparaturarbeiten am Freitag zu mehreren kleinen Explosionen. Grund dafür seien Salzablagerungen auf den Stromkabeln gewesen, berichtete die Zeitung «Daily News». Verletzt worden sei niemand.

Benzin ist knapp

Zuvor hatte US-Präsident Barack Obama Benzinlieferungen in die von Sturm Sandy heimgesuchten Katastrophengebiete angeordnet. Das Verteidigungsministerium wurde angewiesen, gut 80 Millionen Liter bleifreies Benzin und Diesel aufzukaufen und auszuliefern. In Teilen der besonders hart von Sandy betroffenen Gebieten New Jersey und New York ist das Benzin extrem knapp geworden.

Tankstellen haben entweder keinen Strom, um ihre Pumpen laufen zu lassen, oder ihre Benzin-Vorräte sind ausverkauft. Am Freitag hatte es vielerorts kilometerlange Schlangen vor Zapfsäulen gegeben. Deshalb soll nun Treibstoff mit Tanklastwagen in die vom Sturm heimgesuchten Gebiete gebracht werden.

Im Staat New Jersey hat Gouverneur Chris Christie die Rationierung von Benzin angeordnet. Mit der Regelung sollten Engpässe bei der Treibstoffversorgung verhindert werden. Ab Samstagmittag können Autofahrer mit geraden Zahlen auf dem Nummernschild an geraden Tagen tanken und Fahrer mit ungeraden Nummernschildern an ungeraden Zahlen.

Dank an die Helfer

Angesichts der Verwüstungen an der US-Ostküste hat Präsident Barack Obama Helfern und Mitgliedern der Nationalgarde für ihren Einsatz gedankt. Er bekräftigte erneut, dass sich die Opfer des Sturms auf die Hilfe der Regierung verlassen könnten. Bei einer Reise durch den Bundesstaat New Jersey habe er «aus erster Hand einiges von der schrecklichen Vernichtung mitbekommen», sagte Obama in seiner wöchentlich Radio- und Internetbotschaft, der letzten vor der Präsidentenwahl am Dienstag. «Es bricht einem das Herz», fügte er hinzu.

Zugleich rief Obama die US-Bürger zum Zusammenhalt auf. Auch einige der Helfer hätten selbst Verluste erlitten, sagte er und zeigte sich zuversichtlich: «Wir erholen uns, wir bauen neu auf, wir kommen stärker zurück.» Die Bürger stünden derzeit «als eine amerikanische Familie» zusammen.

Sitzung mit Behördenvertretern

Nach Angaben des Weissen Hauses berief Obama für heute eine Sitzung mit Regierungs- und Behördenvertretern ein. Daran teilnehmen sollten unter anderen die Ministerin für innere Sicherheit, Janet Napolitano, der Leiter der Katastrophenschutzbehörde Fema, Craig Fugate, und weitere Kabinettsmitglieder.

Telefonisch zugeschaltet werden sollten die Gouverneure der Staaten Connecticut, New Jersey und New York. Anschliessend wollten Behördenvertreter in besonders stark vom Sturm verwüstete Regionen reisen, um sich über den Stand der Aufräumarbeiten zu informieren und sicherzustellen, dass alle dafür nötigen Mittel bereitstehen.

Space-Shuttle Enterprise ebenfalls beschädigt

Auch ein Stück Raumfahrtgeschichte ist nicht Sandy verschont geblieben: Die Enterprise, der Prototyp für das Space-Shuttle-Programm der Nasa, ist in seinem Refugium in einem New Yorker Museum beschädigt worden. Die Raumfähre habe leichte Schäden an ihrem Heck erlitten und ein Stück Schaumstoff sei ausgetreten, sagte ein Vertreter des See-, Luft- und Raumfahrtmuseums gestern. Der Schaden werde so schnell wie möglich behoben. Bis zur Ausbesserung der Sturmschäden soll das Museum den Angaben zufolge geschlossen bleiben.

Mithilfe der Enterprise testete die Nasa 1977 die Flugfähigkeit ihrer Space-Shuttles. Sie war nicht für Flüge im Weltraum ausgelegt.

sda/dapd/AFP/kpn/mw

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch