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Inzest-Vater ruft Strassburger Gerichtshof an

Der wegen Inzests mit seiner Schwester verurteilte Patrick S. aus Sachsen hat Beschwerde beim Europäischen Gerichtshof für Menschenrechte eingelegt.

Der 31-Jährige sehe unter anderem den Schutz der Familie verletzt, teilte sein Anwalt Endrik Wilhelm am Dienstag mit. Er sieht einen Verstoss gegen Artikel 8 der europäischen Konvention für Menschenrechte. Die Beschwerde greift auch die Argumentation des Bundesverfassungsgerichts als inakzeptabel an.

Patrick S. aus Zwenkau bei Leipzig hat mit seiner ebenfalls erwachsenen Schwester, die geistig leicht behindert ist, vier Kinder gezeugt, von denen zwei behindert sind. Nach der Geburt des vierten gemeinsamen Kindes wurde er 2005 zu einer Gesamtfreiheitsstrafe von zweieinhalb Jahren verurteilt. Der Inzest-Vater war gegen das Urteil bis vor das Bundesverfassungsgericht gezogen, hatte aber keinen Erfolg. Auch ein Gnadengesuch wurde abgewiesen.

Rehabilitation des Mandanten

Das Bundesverfassungsgericht hatte seine Entscheidung auch damit begründet, dass Kinder von Geschwisterpaaren ein erhöhtes Risiko hätten, mit schweren genetischen Schäden auf die Welt zu kommen. Wilhelm erklärte, damit habe Karlsruhe letztlich entschieden, dass bestimmte Risikogruppen nicht geschlechtlich verkehren dürften. Dies könnte irgendwann auch andere Personengruppen wie Behinderte betreffen, monierte er.

Wilhelm sagte, Ziel der Beschwerde in Strassburg sei vor allem eine Rehabilitation seines Mandanten. Er rechne mit einer Entscheidung erst in einigen Jahren. Patrick S. werde seine Strafe damit absitzen müssen.

AP/sam

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