Italienische Polizei schlägt gegen die Mafia zu

Eine gross angelegte Aktion der italienischen Justiz gegen die berüchtigte kriminelle Organisation hat zu über 100 Festnahmen geführt.

Die Carabinieri bei ihrer Arbeit: Verdächtige Mafiosi sind in die Polizeistation gebracht worden. (Keystone/Francesco Bellina/Archiv).

Die Carabinieri bei ihrer Arbeit: Verdächtige Mafiosi sind in die Polizeistation gebracht worden. (Keystone/Francesco Bellina/Archiv).

Die Zugriffe auf die so genannte Allianz von Secondigliano erfolgten in der Provinz Neapel, aber auch andernorts in Italien und im Ausland, wie die Polizei am Mittwoch mitteilte. Die Behörden setzten mehr als 100 Verdächtige fest. 89 Personen seien in Untersuchungshaft gekommen und 36 unter Hausarrest gestellt worden, hiess es weiter. Eine Person darf sich zukünftig nicht mehr in der Region Kampanien aufhalten.

Die Verdächtigen sollen Clans der neapolitanischen Mafia-Organisation Camorra angehören. Vorgeworfen werde ihnen Drogenhandel, Erpressung, Wucher, Geldwäscherei und weitere «schwerwiegende Straftaten». Es seien Besitztümer in einem Gesamtwert von etwa 130 Millionen Euro beschlagnahmt worden. Innenminister Matteo Salvini sprach von einem «sehr harten Schlag» gegen die Camorra.

Camorra hat 6000 Mitglieder

Laut den italienischen Justizbehörden umfasst die Camorra rund 100 Clans mit etwa 6000 Mitgliedern. Ihr Einflussbereich in Italien erstreckt sich hauptsächlich auf die Stadt Neapel und das Umland in der Region Kampanien.

In Italien sind mehrere Mafia-Organisationen beheimatet, die aber längst auch in anderen Ländern wie der Schweiz aktiv sind. Die 'Ndrangheta aus Kalabrien gilt als bedeutendste Organisation im internationalen Drogenhandel in Südamerika und Europa.

fal/sda

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