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Jüdin heiratet Muslim unter Polizeischutz

200 extremistische Israelis demonstrierten gegen eine interreligiöse Hochzeit in Jaffa. Der israelische Staatspräsident hingegen unterstützte das Paar und wünschte ihm «Zufriedenheit und Freude».

Demonstranten mussten 200 Meter Abstand halten: Eine gebürtige Jüdin heiratet einen Muslim. (17. August 2014)
Demonstranten mussten 200 Meter Abstand halten: Eine gebürtige Jüdin heiratet einen Muslim. (17. August 2014)
Reuters

Unter strengen Sicherheitsvorkehrungen hat in Israel ein jüdisch-muslimisches Paar geheiratet. Etwa 200 rechtsgerichtete Israelis demonstrierten am Sonntag vor dem Hochzeitssaal in Rischon Lezion, wie israelische Medien berichteten.

Viele Menschen waren aber auch gekommen, um ihre Solidarität mit dem muslimischen Bräutigam und der als Jüdin geborenen Braut zu bekunden. Die Frau war den Berichten zufolge zum Islam konvertiert.

Die extremistische jüdische Organisation Lehava hatte dazu aufgerufen, die Feier zu stören. Die Organisation ist gegen Beziehungen von Juden mit Mitgliedern anderer Glaubensrichtungen. Etwa 200 Polizisten waren im Einsatz, um eine Störung der Hochzeit zu verhindern. Ein Gericht erlaubte am Sonntag Demonstrationen in Entfernung von 200 Metern von der Feier.

Der israelische Staatspräsident Reuven Rivlin hatte die Proteste gegen die interreligiöse Eheschliessung als «empörend und beunruhigend» verurteilt. «Hetze, Gewalt und Rassismus haben in der israelischen Gesellschaft keinen Platz», schrieb er auf seiner Facebook-Seite. Rivlin wünschte dem Paar aus dem Tel Aviver Vorort Jaffa «Gesundheit, Zufriedenheit und Freude».

Auch die Mutter des Bräutigams, Fadwa Mansur, sagte dem israelischen Fernsehen, sie habe nichts gegen die Eheschliessung: «Hauptsache, sie sind glücklich, und ich bekomme viele Enkelkinder.»

SDA/chk

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