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Kachelmann und Claudia D. können sich nicht auf Entschädigung einigen

Nach dem spektakulären Vergewaltigungsprozess, der für Jörg Kachelmann mit einem Freispruch endete, begegneten sich der Wettermoderator und seine ehemalige Freundin wieder vor Gericht.

rub/bru
Neuer Zivilprozess um Schadenersatz in Frankfurt am Main: Jörg Kachelmann (l.) vor der Gerichtsverhandlung. (31. Oktober 2012)
Neuer Zivilprozess um Schadenersatz in Frankfurt am Main: Jörg Kachelmann (l.) vor der Gerichtsverhandlung. (31. Oktober 2012)
Keystone

Der Prozess um die Schadenersatzforderung des Wettermoderators Jörg Kachelmann ist heute Mittwoch ohne Ergebnis zu Ende gegangen. Eine gütliche Einigung habe es bislang nicht gegeben, teilte das Landgericht Frankfurt mit.

Kachelmann will 13'352,69 Euro Schadenersatz von seiner ehemaligen Geliebten Claudia D. erstreiten. Damit fordert der Schweizer Kosten zurück, die ihm nach eigenen Angaben während des Prozesses in Mannheim durch die Beauftragung von Gutachtern entstanden sind. Kachelmann wirft seiner ehemaligen Geliebten vor, ihn vorsätzlich falsch beschuldigt zu haben.

Der 54-Jährige war vor dem Landgericht Mannheim der schweren Vergewaltigung angeklagt gewesen. Das Gericht hatte ihn im Mai 2011 freigesprochen, weil es «begründete Zweifel an der Schuld» Kachelmanns sah.

Keine Stellungnahme der Anwälte

Die Güteverhandlung in Frankfurt sei «in konstruktiver Atmosphäre» verlaufen, teilte das Gericht weiter mit. Ein Fortsetzungstermin wurde noch nicht bestimmt. Die Kammer hatte die Öffentlichkeit gleich zu Beginn der Verhandlung ausgeschlossen, da möglicherweise intime Details aus dem Liebesleben von Kläger und Beklagter erörtert werden müssten. Eine persönliche Anhörung von Kachelmann und der beklagten Ex-Geliebten Claudia D. habe es aber am Mittwoch nicht gegeben, teilte das Gericht mit.

Die Verhandlung war auf Wunsch der beiden Streitparteien unterbrochen worden. Die Rechtsanwälte beider Parteien wollten am Mittwoch dazu keine Stellungnahme abgeben. «Wir haben uns mit der Gegenseite darauf geeinigt, zum jetzigen Zeitpunkt Stillschweigen zu bewahren», sagte der Rechtsanwalt der Beklagten, Manfred Zipper, auf dapd-Anfrage.

Versuch einer gütlichen Einigung

Der 54-jährige Kachelmann erschien in Begleitung seines Strafverteidigers Johann Schwenn und der Anwältin Ann Marie Welker, die die Schadenersatzklage verfasst hat. Kachelmanns Ex-Geliebte Claudia D. betrat den Gerichtssaal erst kurz vor Beginn der Verhandlung an der Seite ihres Anwalts Manfred Zipper. Vor den Fotografen schützte sie sich mit einer Sonnenbrille. Das Gericht hatte angeordnet, dass sowohl Kachelmann als auch Claudia D. persönlich erscheinen sollten – was in einem Zivilprozess sonst nicht zwingend erforderlich ist.

Vor dem Gericht demonstrierten einige Aktivistinnen einer «Initiative für Gerechtigkeit bei sexueller Gewalt». Sie wandten sich gegen Kachelmanns Vorwurf, es gebe eine «Opferindustrie», die zum Nachteil beschuldigter Männer wirke.

Anfang Oktober hatte Kachelmann zusammen mit seiner Frau Miriam ein Buch zum Vergewaltigungsprozess veröffentlicht und jüngst einen Teilerfolg errungen. Er darf Claudia D. einer Gerichtsentscheidung zufolge eine «Falschbeschuldigerin» nennen.

(dapd/sda)

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