Zum Hauptinhalt springen

Kältewelle in den USA fordert mehr als 20 Tote

Nach arktischer Kälte im Mittleren Westen bereitet sich nun die Ostküste darauf vor. Ungemach droht aber auch dem Westen der USA.

chk
Extreme Kältewelle in den USA: Millionen Menschen müssen sich auf eisige Temperaturen einstellen. (Video: Tamedia/AFP/Storyful)

Nach dem Mittleren Westen hat sich am Freitag die Ostküste der USA auf eine extreme Kältewelle aus der Arktis vorbereitet. Der Nationale Wetterdienst (NWS) warnte vor gefährlichem Winterwetter in der Metropole Boston im Ostküstenstaat Massachusetts. Auch für den Norden des Bundesstaats Rhode Island wurde eine Warnung herausgegeben. Die Zahl der registrierten Kältetoten erhöhte sich Medienberichten zufolge auf 21.

Für die Bundesstaaten des Mittleren Westens und der Grossen Seen sagte der Wetterdienst dagegen ein teilweise schnelles Ansteigen der Temperaturen voraus. Noch vor wenigen Tagen waren in Minnesota -53 Grad gemessen worden, in Wisconsin -51 Grad, in Iowa -50 Grad und in Illinois -48 Grad.

In der drittgrössten US-Stadt Chicago, wo die Temperatur am Mittwoch auf den zweitniedrigsten jemals gemessenen Wert, -31 Grad, gesunken war, wurden am Freitag für die Jahreszeit normale -9 Grad gemessen.

Bildstrecke: Alles zugefroren

Seltener Anblick: Touristen fotografieren den Bryant Park brunnen in New York City, der beinahe komplett zugefroren ist. (31. Januar 2019)
Seltener Anblick: Touristen fotografieren den Bryant Park brunnen in New York City, der beinahe komplett zugefroren ist. (31. Januar 2019)
Brendan McDermid, Reuters
Die Kälte legt die Stadt praktisch lahm: Eine Luftaufnahme des teilweise zugefrorenen Lake Michigan mit dem Blick auf die Stadt Chicago im Hintergrund. (31. Januar 2019)
Die Kälte legt die Stadt praktisch lahm: Eine Luftaufnahme des teilweise zugefrorenen Lake Michigan mit dem Blick auf die Stadt Chicago im Hintergrund. (31. Januar 2019)
Scott Olson, AFP
Diese Terasse wird zur Zeit wohl kaum genutzt: Ein Mann liefert einem Restaurant Gemüse während eines Schneesturms in Buffalo, New York. Hinter ihm kämpft sich eine eine Frau ebenfalls durch die Kälte. (31. Januar 2019)
Diese Terasse wird zur Zeit wohl kaum genutzt: Ein Mann liefert einem Restaurant Gemüse während eines Schneesturms in Buffalo, New York. Hinter ihm kämpft sich eine eine Frau ebenfalls durch die Kälte. (31. Januar 2019)
Lindsay DeDario, Reuters
Kälter als am Nordpol: Bild einer Temperaturanzeige in Illinois. (30. Januar 2019)
Kälter als am Nordpol: Bild einer Temperaturanzeige in Illinois. (30. Januar 2019)
Nam Y. Huh, Keystone
Hier wird kein Schiff anlegen: Dieser Steg im Hafen von Chicago ist mit Schnee und Eis bedeckt. (30. Januar 2019)
Hier wird kein Schiff anlegen: Dieser Steg im Hafen von Chicago ist mit Schnee und Eis bedeckt. (30. Januar 2019)
Nam Y. Huh, Keystone
Sie kuscheln sich zusammen: Tauben suchen in Buffalo, New York, Schutz vor der Kälte. (30. Januar 2019)
Sie kuscheln sich zusammen: Tauben suchen in Buffalo, New York, Schutz vor der Kälte. (30. Januar 2019)
Lindsay Dedario, Reuters
Einsame Strassen: Eine Frau geht bei einem Schneesturm in Buffalo, New York, über eine Strasse. (30. Januar 2019)
Einsame Strassen: Eine Frau geht bei einem Schneesturm in Buffalo, New York, über eine Strasse. (30. Januar 2019)
Lindsay Dedario, Reuters
Von aussen ist es mit Eis bedeckt: Ein Feuerwehrmann geht in Minnesota am frühen Morgen von einem Haus weg, das bei minus 30 Grad in der Nacht Feuer gefangen hat. (30. Januar 2019)
Von aussen ist es mit Eis bedeckt: Ein Feuerwehrmann geht in Minnesota am frühen Morgen von einem Haus weg, das bei minus 30 Grad in der Nacht Feuer gefangen hat. (30. Januar 2019)
Jean Pieri, Keystone
Kann diese Tür noch geöffnet werden?: Eiszapfen hängen vom Vordach dieser Bar in Wisconsin herunter. (30. Januar 2019)
Kann diese Tür noch geöffnet werden?: Eiszapfen hängen vom Vordach dieser Bar in Wisconsin herunter. (30. Januar 2019)
Jeffrey Phelps, Keystone
Kälterestistent: Enten schwimmen im frostigen Wasser des Lake Michigan bei Chicago. (30. Januar 2019)
Kälterestistent: Enten schwimmen im frostigen Wasser des Lake Michigan bei Chicago. (30. Januar 2019)
JOSHUA LOTT, AFP
Nichts geht mehr: Über 1700 Flüge wurden am Mittwoch wegen der starken Schneefälle und arktischer Kälte am O'Hare International Airport in Chicago gestrichen. (30. Januar 2019)
Nichts geht mehr: Über 1700 Flüge wurden am Mittwoch wegen der starken Schneefälle und arktischer Kälte am O'Hare International Airport in Chicago gestrichen. (30. Januar 2019)
KAMIL KRZACZYNSKI, Keystone
Er trägt nicht die besten Schuhe dafür: Ein Mann zieht seinen Koffer in Buffalo, New York, durch den Schnee. (30. Januar 2019)
Er trägt nicht die besten Schuhe dafür: Ein Mann zieht seinen Koffer in Buffalo, New York, durch den Schnee. (30. Januar 2019)
Lindsay Dedario, Reuters
Ende einer klaren Nacht: Der Lake Michigan ist wärmer als die Luft und dampft deshalb beim Sonnenaufgang über der Stadt Chicago. (30. Januar 2019)
Ende einer klaren Nacht: Der Lake Michigan ist wärmer als die Luft und dampft deshalb beim Sonnenaufgang über der Stadt Chicago. (30. Januar 2019)
Kamil Krzaczynski, Keystone
Ein Zug fährt in Chicago über brennende Schienen: Die Flammen entstanden durch eine gasbetriebene Heizung, die das Vereisen der Schienen verhindern soll. (29. Januar 2019)
Ein Zug fährt in Chicago über brennende Schienen: Die Flammen entstanden durch eine gasbetriebene Heizung, die das Vereisen der Schienen verhindern soll. (29. Januar 2019)
Kiichiro Sato, Keystone
Seltener Anblick: Eine Frau macht in Chicago ein Foto des fast komplett zugefrorenen Chicago River. (29. Januar 2019)
Seltener Anblick: Eine Frau macht in Chicago ein Foto des fast komplett zugefrorenen Chicago River. (29. Januar 2019)
Pinar Istek, Reuters
Volle Kraft: Der Eisbrecher James J. Versluis fährt durch den Lake Michigan bei Chicago, um den Weg für andere Schiffe frei zu machen. (29. Januar 2019)
Volle Kraft: Der Eisbrecher James J. Versluis fährt durch den Lake Michigan bei Chicago, um den Weg für andere Schiffe frei zu machen. (29. Januar 2019)
Pinar Istek, Reuters
Lebensgefährlich: Das Schild warnt die Fussgängerin in Chicago davor, dass Eis von dem Hochhaus auf den Gehweg herunterfallen könnte. (29. Januar 2019)
Lebensgefährlich: Das Schild warnt die Fussgängerin in Chicago davor, dass Eis von dem Hochhaus auf den Gehweg herunterfallen könnte. (29. Januar 2019)
Kamil Krzaczynski, Keystone
Man sieht kaum ihre Augen: Eine Studentin hat in Minneapolis ihren Schal auf dem Weg in den Unterricht bis knapp unter die Augen hochgezogen. (29. Januar 2019)
Man sieht kaum ihre Augen: Eine Studentin hat in Minneapolis ihren Schal auf dem Weg in den Unterricht bis knapp unter die Augen hochgezogen. (29. Januar 2019)
Eric Miller, Reuters
Kämpfen mit arktischen Temperaturen: Zwei Männer gehen in Minneapolis, Minnesota, über eine schneebedeckte Brücke. (29. Januar 2019)
Kämpfen mit arktischen Temperaturen: Zwei Männer gehen in Minneapolis, Minnesota, über eine schneebedeckte Brücke. (29. Januar 2019)
Stephen Maturen, AFP
Rutschige Fahrbahn: Ein Auto fährt in Pennsylvania eine verschneite Strasse entlang.
Rutschige Fahrbahn: Ein Auto fährt in Pennsylvania eine verschneite Strasse entlang.
Jacqueline Dormer, Keystone
Die Polarluft ist angekommen: Der Chicago River ist teilweise zugefroren. (29. Januar 2019)
Die Polarluft ist angekommen: Der Chicago River ist teilweise zugefroren. (29. Januar 2019)
Pinar Istek, Reuters
Lässt sich von der arktischen Kälte nicht beirren: Ein Fahrradfahrer fährt am Morgen durch einen Park in Minneapolis zur Arbeit. (29. Januar 2019)
Lässt sich von der arktischen Kälte nicht beirren: Ein Fahrradfahrer fährt am Morgen durch einen Park in Minneapolis zur Arbeit. (29. Januar 2019)
Kerem Yucel, AFP
Über Nacht fielen die Temperaturen auf minus 30 Grad: Ein Mann geht beim Sonnenaufgang am Hafen von Chicago über einen vereisten Steg. (29. Januar 2019)
Über Nacht fielen die Temperaturen auf minus 30 Grad: Ein Mann geht beim Sonnenaufgang am Hafen von Chicago über einen vereisten Steg. (29. Januar 2019)
Zbigniew Bzdak, Keystone
Dick eingepackt: Ein Mann ist komplett mit Schnee und Eis bedeckt, nachdem er in Wisconsin seine Einfahrt freigeschaufelt hat (28. Januar 2019)
Dick eingepackt: Ein Mann ist komplett mit Schnee und Eis bedeckt, nachdem er in Wisconsin seine Einfahrt freigeschaufelt hat (28. Januar 2019)
Joshua Clark, Keystone
1 / 26

Jeff Master, Meteorologe bei der Firma Weather Underground, sagte der Nachrichtenagentur AFP, in einigen Midwest-Regionen werde es einen Temperaturanstieg im Rekordwinter geben, wie er in so kurzer Zeit noch nie vorgekommen sei. Die US-Katastrophenschutzbehörde (Fema) warnte angesichts bevorstehender schneller Schneeschmelze vor der Gefahr von Überschwemmungen.

Die Schlechtwetterfront erreichte unterdessen den Osten der USA. Im Gebiet von Washington war die Schneedecke mehrere Zentimeter hoch. Zahlreiche Schulen wurden geschlossen.

In der Region Neuengland und in Pennsylvania, wo an einigen Orten Temperaturen unterhalb von -15 Grad gemessen worden waren, begann die Quecksilbersäule langsam zu steigen. Für Samstag wurde mit einer weiteren Erwärmung gerechnet. In zahlreichen Regionen im Nordosten erwarteten die Wetterdienste ab Montag Temperaturen von zehn Grad Celsius.

In Michigan und Minnesota drohten wegen der auf Hochtouren laufenden Heizungen Engpässe in der Versorgung mit Erdgas. Die Lage wurde durch einen Brand in einer Gasanlage in Michigan noch verschärft. Die örtlichen Behörden forderten die Verbraucher auf, ihre Heizregler herunterzudrehen.

Weiterhin kam es zu massiven Störungen des Zug- und Flugverkehrs sowie der Strom- und Wasserversorgung. Das Bahnunternehmen Amtrak leitete aber in Chicago langsam wieder den Betrieb ein, nachdem es seinen Verkehr am Mittwoch in der Stadt komplett eingestellt hatte.

270 Wärmestuben eingerichtet

Für die etwa 16'000 Obdachlosen der als «Windy City» (Windige Stadt) bezeichneten Metropole im Bundesstaat Illinois richteten die Behörden mehr als 270 Wärmestuben ein. Bewohner von Chiacago berichteten unterdessen von sogenannten Frostbeben mit lauten Knallgeräuschen. Nach Angaben des Lokalsenders WGN kommen die Geräusche zustande, wenn gefrorene Feuchtigkeit den Boden unter den Füssen aufsprengt.

Zu den gemeldeten Kältetoten gehörte ein 18-jähriger Student im Bundesstaat Iowa. Er wurde am Mittwoch auf einem Universitätscampus in Iowa City gefunden. Am selben Tag wurde eine 38-jährige Frau erfroren in ihrem ungeheizten Haus in Wisconsin gefunden.

Ursache der extremen Kältewelle war arktische Luft, die sich von dem normalerweise um den Nordpol kreisenden sogenannten Polarwirbel gelöst hatte. Für diese Abspaltung könnte laut einer wissenschaftlichen These die Klimaerwärmung verantwortlich sein.

Auch in Kanada warnten die Behörden vor der klirrenden Kälte. In Winnipeg im Zentrum des Landes sei es kälter als in Sibirien, berichtete der Fernsehsender CTV. Dennoch blieb das öffentliche Leben davon weitgehend unberührt.

(SDA)

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch