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Kapitän der Rena muss ins Gefängnis

Das Containerschiff rammte letzten Oktober vor Neuseeland ein Riff und zerbrach daraufhin. Der Kapitän der Rena wurde nun zu sieben Monaten Haft verurteilt. Das Land kämpft noch immer mit den Folgen der Havarie.

Erhielten die gleiche Strafe: Navigator Leonil Relon (l.) und Rena-Kapitän Mauro Balomaga im Gerichtssaal von Tauranga. (25. Mai 2012)
Erhielten die gleiche Strafe: Navigator Leonil Relon (l.) und Rena-Kapitän Mauro Balomaga im Gerichtssaal von Tauranga. (25. Mai 2012)
Keystone

Der Kapitän, der die grösste Katastrophe in der Meereswelt vor Neuseeland verursacht hat, muss sieben Monate ins Gefängnis. Der 44-Jährige sei mit dem Containerschiff Rena unter Zeitdruck von der geplanten Route abgewichen und habe fatale Fahrfehler gemacht, befand das Gericht. Zu allem Übel habe er das Logbuch gefälscht, um seine schweren Fehler zu vertuschen. Das riesige Schiff rammte im vergangenen Oktober bei fast voller Fahrt ein Riff nur 22 Kilometer vor der Küste. Der Frachter zerbrach und mindestens 350 Tonnen Öl liefen aus.

Der Navigationsoffizier bekam die gleiche Strafe. Die beiden Philippiner waren wegen fahrlässiger Fahrweise, Umweltverschmutzung und Justizbehinderung angeklagt. Vor allem der letzte Punkt veranlasste den Richter Robert Wolff zu der Gefängnisstrafe, wie er ausführte.

«Klare Botschaft»

«Ich finde, es muss eine klare Botschaft geben, dass im Fall einer Katastrophe wie dieser alle Beteiligten ehrlich sein müssen, damit so schnell wie möglich eine vernünftige Lösung für das Problem gefunden werden kann», sagte er nach Angaben von Radio Neuseeland.

Richter Wolff zeigte andererseits Milde, weil die beiden Angeklagten sich schuldig bekannt hatten. Ihnen hatten sieben Jahre Haft gedroht.

Katastrophe dauert an

Der Chef der neuseeländischen Schifffahrtsbehörde, Keith Manch, begrüsste das Urteil. Die Havarie der Rena habe «erhebliche Folgen» für die Menschen in der Bay of Plenty und das gesamte Land gehabt. Das Urteil sei daher ein «Meilenstein» bei der Bekämpfung der Katastrophe, die noch immer andauere.

Das 245 Meter lange Schiff war am 5. Oktober 2011 nahe der Küste der neuseeländischen Nordinsel auf ein Riff aufgelaufen. Es ist inzwischen zerbrochen und teilweise gesunken. Bei dem Unglück liefen 350 bis 400 Tonnen Öl aus und verpesteten die weissen Strände der Bay of Plenty.

Mehr als 2400 Vögel verendeten im Ölschlick. Von den 1368 Containern an Bord fielen Hunderte ins Wasser. Bis heute sind Fachleute im Einsatz, um Container zu bergen.

Die Regierung in Wellington schätzt die Kosten für die Säuberungsaktion auf 130 Millionen neuseeländische Dollar (94 Millionen Franken). Sie werden vor allem von der griechischen Reederei und ihren Versicherungen getragen.

SDA/kpn

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