Zum Hauptinhalt springen

Karneval-Traum geht in Flammen auf

Schock für Samba-Fans in Rio de Janeiro: Kurz vor dem Karneval zerstörte gestern ein Grossbrand mehrere Sambaschulen, Karnevalswagen und Kostüme.

Ein Traum ist zerstört: Mitglieder der Sambaschule trauern um die verbrannten Kleider.
Ein Traum ist zerstört: Mitglieder der Sambaschule trauern um die verbrannten Kleider.
AFP
Das Feuer entzündete sich auf dem Gelände «Cidade do Samba» (Samba-Stadt) im Hafengebiet von Rio de Janeiro und war erst nach mehreren Stunden unter Kontrolle.
Das Feuer entzündete sich auf dem Gelände «Cidade do Samba» (Samba-Stadt) im Hafengebiet von Rio de Janeiro und war erst nach mehreren Stunden unter Kontrolle.
AFP
1 / 2

Der Traum Tausender Karnevalisten in Rio de Janeiro ist am Montag in Flammen aufgegangen: Rund vier Wochen vor Beginn der «fünften Jahreszeit» zerstörte ein Grossbrand in den Lagerhallen mehrere Sambaschulen, Karnevalswagen und Kostüme, an denen fast ein Jahr lang gearbeitet worden war. Näherinnen, Musiker und Bühnenbildner verfolgten unter Tränen die Bemühungen der Feuerwehr, die Flammen unter Kontrolle zu bekommen. Sie haben keine Chance, ihre Arbeit vor der grossen Parade am 6. und 7. März zu ersetzen.

«Es ist vorbei. Es gibt nichts. Der Karneval ist für uns vorbei», sagte Graziela Goncalves Carvalho, eine Näherin der Gruppe Uniao da Ilha do Governador, die offenbar mit die schwersten Verluste erlitt. Tag und Nacht habe sie an den Kostümen gearbeitet, «und jetzt das».

Feuer nach drei Stunden unter Kontrolle

Drei Stunden nach Ausbruch des Grossbrandes am frühen Morgen brachten 120 Feuerwehrleute die Flammen unter Kontrolle. Zur Brandursache wurden Ermittlungen aufgenommen. Ersten Erkenntnissen zufolge seien die Lagerhallen von drei Samba-Organisationen schwer beschädigt worden, ausserdem die der Unabhängigen Liga von Samba-Gruppen, die das Karnevalsspektakel organisiert, erklärte ein Feuerwehrsprecher. Zwei der vier betroffenen Hallen stürzten demnach ein. Zehn weitere blieben von den Flammen verschont.

7000 Mitarbeiter waren acht Monate lang beschäftigt

Zu Beginn des Brandes hielten sich mehrere Mitarbeiter in den Hallen auf. Ernsthaft verletzt wurde jedoch niemand. Nur ein 30-Jähriger musste wegen des Rauchs im Krankenhaus behandelt werden.

Am schwersten getroffen wurde offenbar die Gruppe Grande Rio. Sie verlor ersten Erkenntnissen zufolge ihre gesamten Vorbereitungen – acht aufwendig gestaltete Festwagen und 3000 üppig bestickte Kostüme, wie ein Sprecher erklärte. Rund 7000 Mitarbeiter hatten acht Monate daran gearbeitet. In die diesjährige Show habe die Gruppe umgerechnet gut vier Millionen Euro investiert, sagte Avelino Ribeiro.

«Wir müssen einen Karneval auf die Beine stellen»

Der Bürgermeister von Rio, Eduardo Paes, der selbst in der Perkussions-Truppe einer der Samba-Gruppen spielt, sagte den Betroffenen Hilfe zu. Die Paraden würden trotz der Brandkatastrophe stattfinden, betonte er. «Diese Leute werden einen grossartigen Karneval veranstalten, und sie werden die Energie und den Optimismus zeigen, die Rio hat.» Die Gruppen, die wegen der Zerstörungen keine Chance im Wettbewerb um die besten Kostüme und Wagen hätten, würden deswegen hoffentlich in eine niedrigere Liga zurückgestuft, erklärte Paes.

Einige zeigten sich trotz des Verlustes bereits kämpferisch. «Wir haben deswegen viel geweint», sagte Roberto Szaniecki, der das diesjährige Thema für die Gruppe Portela entwickelt hatte. «Aber ich will eins klarstellen: Wir werden da rausgehen. Wir müssen einen Karneval auf die Beine stellen.»

dapd/mrs

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch