Keine Missstände bei Thurgauer Schafhalter

Eine unangemeldete Kontrolle entlastet den Schafhalter aus Herrenhof. Kritik gibt es am Vorgehen des VgT.

Stein des Anstosses: Ausschnitte aus dem rund 13-minütigen Video des VgT. (Video: VgT/Tamedia)

Nach Vorwürfen des Vereins gegen Tierfabriken (VgT) gegen einen Thurgauer Schafhalter führten die Behörden am Dienstagnachmittag eine Kontrolle durch. Missstände wurden nicht entdeckt, wie die Thurgauer Staatskanzlei mitteilte. Die Kontrolle wurde durch Staatsanwaltschaft und Polizei begleitet.

Die Behörden reagierten damit auf eine Anzeige, die der VgT am Montag gegen den Schafhalter eingereicht hatte. Am Dienstag informierte der VgT unter anderem auf seiner Facebook-Seite über die Vorwürfe und untermauerte sie mit einem Video aus anonymer Quelle: Der Landwirt soll Schafe durch den Stall geworfen und sie mit Tritten und einem Knüppel misshandelt haben.

Keine Missstände

Bei der Kontrolle seien keine Missstände festgestellt worden, teilten nun die Behörden mit. Der Tierhalter habe offen informiert und sich kooperativ gezeigt. Sowohl der Betrieb als auch der Zustand der Schafe seien überprüft worden. Weder eine Gefährdung des Wohlergehens der Tiere noch Anzeichen von Tierquälerei wurden festgestellt.

Die Forderungen des VgT nach einem sofortigem Totaltierhalteverbot und einer Beschlagnahmung der Tiere seien nicht gerechtfertigt. «Ob sich der Tierhalter strafrechtlich etwas hat zu Schulden kommen lassen, werden die weiteren Abklärungen von Polizei und Staatsanwaltschaft zeigen.»

Kritik am VgT

Die Veröffentlichung einer Anzeige nur wenige Stunden nach der Einreichung erschwere «die Beweissicherung in jeglicher Hinsicht», heisst es in der Mitteilung weiter.

Ausserdem führe die Publikation zu einer übereilten öffentlichen Vorverurteilung mit existenzbedrohenden Konsequenzen für den Tierhalter. In einem Rechtsstaat gelte bis zu einem rechtskräftigen Entscheid die Unschuldsvermutung.

oli/fal/sda

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