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Keine Morde im Horror-Kinderheim auf Jersey

In dem skandalumwitterten ehemaligen Kinderheim auf der britischen Kanalinsel Jersey hat es keine Morde gegeben. Die entdeckten Überreste von fünf Kindern seien schon mehrere Jahrhunderte alt.

Luftansicht des ehemaligen Kinderheims «Haut de la Garenne» auf der britischen Kanalinsel Jersey.
Luftansicht des ehemaligen Kinderheims «Haut de la Garenne» auf der britischen Kanalinsel Jersey.
Keystone

Forensische Untersuchungen hätten das Alter der Knochen auf den Zeitraum zwischen 1470 und 1670 datiert, und bei einem mutmasslichen Schädelstück handele es sich wohl um eine Koskosnuss-Schale aus dem 19. Jahrhundert.

Körperliche und sexuelle Misshandlungen hätten in dem 1986 geschlossenen Heim aber stattgefunden, erklärt der stellvertretende Polizeichef David Warcup. Dennoch hätten sich die Berichte von grausamen Morden offensichtlich als übertrieben erwiesen. Das Heim Haute de la Garenne steht im Mittelpunkt eines der grössten Fälle von Kindesmissbrauch in Grossbritannien. Bislang haben sich mehr als 100 frühere Bewohner gemeldet und von Misshandlungen und Vergewaltigungen berichtet.

In vier Kellerräumen des Gebäudes, die von ehemaligen Heimbewohnern als Strafkammern bezeichnet wurden, fand die Polizei ein blutiges Bad, Fesseln und 26 Kinderzähne. Drei Männer wurden wegen sexuellen Missbrauchs zwischen 1969 und 1980 angeklagt. Der Polizeichef von Jersey, Graham Power, wurde bis zum Abschluss der Ermittlungen vom Dienst suspendiert.

Das 1867 eröffnete Kinderheim auf der zwischen Frankreich und Grossbritannien liegenden Kanalinsel wurde nach seiner Schliessung 1986 von Grund auf renoviert. 2004 wurde es als Jugendherberge wiedereröffnet.

AP/bru

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