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Klage gegen Botschaftsfahrer: Polizeiuntersuchung läuft

Noch immer ist unklar, ob gegen den ehemaligen Diener von Hannibal Ghadhafi, der in Washington in einen tödlichen Unfall verwickelt war, Strafklage erhoben wird. Die Beweisaufnahme könnte sich hinziehen.

Vom ehemaligen Diener wegen Misshandlung angezeigt: Hannibal Ghadhafi auf einer undatierten Aufnahme in Rom. (Archivbild)
Vom ehemaligen Diener wegen Misshandlung angezeigt: Hannibal Ghadhafi auf einer undatierten Aufnahme in Rom. (Archivbild)
AFP

Der Fall des ehemaligen Dieners von Hannibal Gaddafi, der als Schweizer Botschaftsfahrer in Washington in einen tödlichen Autounfall verwickelt war, stockt: Die polizeiliche Untersuchung dauert an.

Zehn Millionen Dollar will der amerikanische Professor Harvey Rishikof als Schadensersatz dafür, dass seine Frau Trudi einen Tag vor ihrem 65. Geburtstag im Oktober 2011 in Washington tödlich angefahren wurde von einem Mitarbeiter der Schweizer Botschaft, dienstlich unterwegs, wie die Klage betont.

Schweiz will Prozess vermeiden

Im Fall fand am Freitag in Washington die Anhörung statt. Der Richter erliess darauf Instruktionen, welche Vorbereitungen die Parteien für den nächsten Termin im Januar 2013 zu leisten haben. Er liess dabei die Möglichkeit eines Vergleiches zwischen den Parteien offen.

Die Schweiz will vermeiden, dass es zu einem Prozess kommt. Beim Fahrer handelt es sich um jenen ehemaligen Angestellten Hannibal Ghadhafis, der 2008 in Genf den Sohn des libyischen Diktators bei den Schweizer Behörden wegen Misshandlung anzeigte und damit die Geiselaffäre auslöste.

Durch den Unfall wurde erst bekannt, dass die Schweiz im Einvernehmen mit den USA den Mann in Washington vor Racheakten der Gaddafis versteckt hielt.

Anhörung im Januar 2013

Richter Richard Roberts hat nun den 3. Januar 2013 als Datum festgelegt, an dem die Beweisaufnahme in der Sache abgeschlossen sein soll. Er regt in seiner Entscheidung nach der Anhörung vom Freitag die Möglichkeit eines für beide Parteien akzeptablen Vergleiches an.

Zu der Anhörung am 7. Januar schreibt der Richter in seinen ausführlichen Anweisungen: «Die Rechtsvertreter beider Seiten müssen mit voller Autorität zu einer Einigung ausgestattet zu dieser Konferenz erscheinen.»

Die polizeiliche Untersuchung des Autounfalls ist bis heute nicht abgeschlossen. So lange die Behörden nicht entscheiden, ob Strafklage erhoben werden soll, kann auch die private Schadensersatz-Klage des Witwers nicht behandelt werden: Die Ergebnisse der Untersuchung bleiben unter Verschluss, bis eine gerichtliche Grand Jury entscheidet, ob eine amtliche Klage erhoben werden soll.

(SDA)

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