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Leiche der fünfjährigen Dayana Arlotti geborgen

Auf dem Unglücksschiff Costa Concordia wurden acht Tote gefunden. Darunter ist auch das Mädchen Dayana Arlotti. Derweil hat die italienische Justiz Ermittlungen gegen Reederei-Mitarbeiter eingeleitet.

Bisher wurden 17 Tote geborgen: Ein Helikopter holt die Leiche vom Wrack der Costa Concordia. (22. Februar 2012)
Bisher wurden 17 Tote geborgen: Ein Helikopter holt die Leiche vom Wrack der Costa Concordia. (22. Februar 2012)
Reuters

Fast sechs Wochen nach dem Kentern der Costa Concordia haben Taucher acht weitere Leichen im überfluteten Teil des Kreuzfahrtschiffes gefunden. Nach vier Toten am Vormittag sichteten die Bergungsteams später vier weitere Leichen, wie italienische Medien unter Berufung auf den Krisenstab berichteten. Alle befanden sich auf dem vierten Deck des Schiffes. Die Costa Concordia verunglückte Mitte Januar mit mehr als 4200 Menschen an Bord vor der toskanischen Insel.

Die Zahl der bestätigten Todesopfer stieg nun auf 25; insgesamt 7 Menschen werden noch vermisst. Nach einer Überprüfung der Aussagen von Überlebenden zum möglichen Verbleib von Vermissten waren Taucher nach längerer Pause wieder gezielt auf die Suche in dem Wrack gegangen.

Die ersten drei der gefundenen Toten - ein Kind, eine Frau und ein Mann - wurden geborgen und nach Grosseto in ein Leichenschauhaus gebracht worden. Die Bergungsarbeiten mussten danach wegen sich verschlechternder Wetterlage unterbrochen werden.

Dayanas Schicksal bewegte Italien

Unter den Toten soll auch die fünfjährige Italienerin Dayana Arlotti aus Rimini sein, deren Schicksal in Italien viel Anteilnahme gefunden hatte. Sie war zusammen mit ihrem kranken Vater Williams auf der Kreuzfahrt. Dieser ist unter den Vermissten.

Vor drei Wochen hatten die Rettungskräfte die Suche nach Toten im versunkenen Teil des Wracks offiziell eingestellt. Grund dafür sei die Sicherheit der Taucher, die an dem halb untergegangen Wrack arbeiteten, hatte der Chef des Krisenstabes erklärt. Später hielt er aber eine weitere Suche im Wrack doch für möglich.

Beweissicherungstermin im März

Die Costa Concordia verunglückte am 13. Januar mit mehr als 4200 Menschen an Bord. Das Schiff war auf seiner nächtlichen Fahrt zu nahe an Giglio herangekommen und hatte einen Felsen gerammt.

Einen ersten Beweissicherungstermin haben die Ermittler für den 3. März angesetzt. Dabei geht es um den Fahrtenschreiber des Schiffes, der Auskunft über den Hergang des Unfalls geben soll.

Ermittlungen gegen Reederei-Mitarbeiter

Die italienische Justiz hat unterdessen Ermittlungen gegen sieben weitere Verantwortliche eingeleitet. Ein Sprecher der Reederei Costa Crociere sagte der Nachrichtenagentur AFP, vier Mitarbeiter des Schiffspersonals und drei Angestellte an Land seien vorgeladen worden. Ihnen werden laut italienischen Medienberichten fahrlässige Tötung, das Verursachen eines Schiffbruchs und Versagen bei der Kommunikation mit den Seebehörden vorgeworfen. Die italienische Nachrichtenagentur ANSA berichtete, es handele sich bei den drei Costa-Managern um den Vizepräsidenten des Unternehmens, Manfred Ursprunger, den Chef der Krisenabteilung Roberto Ferrarini und den Flotten-Inspekteur Paolo Parodi.

Bislang ermittelte die Justiz lediglich gegen Francesco Schettino, den Kapitän der Costa Concordia, sowie gegen seinen ersten Offizier, Ciro Ambrosio. Ihnen werden fahrlässige Tötung, das Verursachen eines Schiffbruchs und das vorzeitige Verlassen des Schiffs vorgeworfen.

Ölpest-Risiko kleiner geworden

Das Leeren der Tanks der Costa Concordia kam unterdessen voran. Zwei Drittel der 2380 Kubikmeter Treibstoff, überwiegend gefährliches Schweröl, sind abgepumpt. Damit hat sich die Gefahr einer grösseren Ölpest im toskanischen Archipel verringert. Das restliche Öl soll in den nächsten Wochen abgepumpt werden.

Danach muss die Genueser Reederei einen Plan für den Abtransport des 290 Meter langen Schiffes vorlegen. Offen ist, ob das havarierte Schiff nach dem Aufrichten zerteilt werden muss oder aber an einem Stück abtransportiert werden kann.

AFP/kpn/wid

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