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Liebhaber getötet – acht Jahre Haft

Auch wenn ein 55-jähriger Wirt den jungen Liebhaber seiner Frau aus einer «Gefühlsregung heraus» erschossen hatte, ist seine Tat für ein Freiburger Gericht nicht entschuldbar.

Der Wirt, der im März 2011 in Riaz FR den jungen Liebhaber seiner Frau mit acht Schüssen aus kürzester Distanz niederstreckt hatte, ist zu acht Jahren Haft verurteilt worden. Das Strafgericht des Greyerzbezirks in Bulle FR sprach den Schweizer am Freitag der vorsätzlichen Tötung schuldig.

Die Verteidigung hatte auf Totschlag plädiert und eine Strafe von höchstens sechs Jahren gefordert. Die Staatsanwaltschaft beantragte eine Haftstrafe von zwölf Jahren.

Nicht nur Totschlag

Das Gericht anerkannte, dass der Angeklagte aus einer starken Gefühlsregung heraus gehandelt hatte, sah diese aber nicht als entschuldbar an, wie Gerichtspräsident Philippe Vallet erklärte. Die Richter stuften die Tat deshalb nicht als Totschlag ein.

Der Anwalt des Wirts zeigte sich mit dem Urteil dennoch zufrieden und bezeichnete es als «korrekt». Er schloss allerdings nicht aus, den Fall nach der Analyse des schriftlichen Urteils weiterzuziehen. Staatsanwalt Philippe Barboni wollte sich zunächst nicht zum Schuldspruch äussern.

Wut, Unverständnis und Frust

Bei seinen Ausführungen hatte Barboni die Möglichkeit ausgeschlossen, die Tötung sei im Affekt erfolgt. Dies hätte eine Reduzierung der Strafe für den Angeklagten zur Folge gehabt.

Laut Barboni war der verhängnisvolle Abend sicherlich wenig erfreulich für den Beschuldigten. Deshalb habe der 55-Jährige aus Wut, Unverständnis und Frust gehandelt. Für den Staatsanwalt ist aber ausgeschlossen, dass die Tat aus einer entschuldbaren Verwirrung geschah.

Zudem habe der Angeklagte einen Monat vor der Tat von dem Verhältnis seiner Frau mit dem jungen Koch erfahren. Der Angeklagte wollte laut Staatsanwalt also einen Rivalen beseitigen. Der Wirt aus Bulle erschoss den Koch in dessen Auto vor den Augen seiner Frau, die ebenfalls im Auto sass.

Suche nach Erklärungen

Der Angeklagte hatte am Donnerstag vor Gericht nach Erklärungen gesucht. Einen einzigen Auslöser für die Tötung des 23-Jährigen, der in seinem Betrieb als Koch arbeitete, habe es nicht gegeben.

Nach der Tat hatte sich der Verdächtige ins Wallis abgesetzt. Die Polizei errichtete damals Strassensperren und fahndete in der Region Visp und im Saastal nach dem Mann. Ins Netz ging er der Polizei fünf Tage später, als er mit dem Auto von Visp nach Stalden im Oberwallis fuhr. Seither befindet er sich in Haft.

SDA/mw

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