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Löschflugzeug bei Sydney abgestürzt

Noch immer wüten in Australien 65 Buschbrände. Während eines Löscheinsatzes verunglückte südlich von Sydney ein Flugzeug. Der Pilot kam dabei ums Leben.

Sehr gefährlich: Löscharbeiten aus der Luft. (23. Oktober 2013)
Sehr gefährlich: Löscharbeiten aus der Luft. (23. Oktober 2013)
Reuters
«Schlimmer kann es nicht werden»: Feuerwehrmann kämpft in den Blue Mountains gegen die Flammen. (22. Oktober 2013)
«Schlimmer kann es nicht werden»: Feuerwehrmann kämpft in den Blue Mountains gegen die Flammen. (22. Oktober 2013)
Keystone
Bisher brannten mehr als 80 Häuser ab: Ein ausgebranntes Motorboot nahe Sydney. (18. Sydney 2013)
Bisher brannten mehr als 80 Häuser ab: Ein ausgebranntes Motorboot nahe Sydney. (18. Sydney 2013)
AFP
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Der Kampf gegen die Buschbrände in Australien geht weiter. Beim Absturz eines Löschflugzeugs südlich von Sydney kam am Donnerstag der Pilot ums Leben. Er ist das zweite Opfer seit dem Ausbruch der verheerenden Feuer. Die Ursache für das Unglück ist noch ungeklärt.

«Es ist eine Tragödie für die Gemeinschaft der Brandbekämpfer, aber vor allem für die Familie», sagte der Chef der ländlichen Feuerwehr, Shane Fitzsimmons. Der 43-jährige Pilot hinterlässt eine Frau und drei kleine Kinder. Ausser dem Piloten war niemand an Bord. Vergangene Woche war ein Mann, der sein Haus schützen wollte, an einem Herzinfarkt gestorben.

Das Flugzeug ging in unwegsamem Terrain westlich von Ulladulla nieder und fing Feuer, was einen neuen Brand auslöste. Busch und Wälder sind mangels Regen seit Wochen ausgetrocknet und geraten beim kleinsten Funken in Brand.

Schiessübung als Brandursache

Die Feuer im Bundesstaat New South Wales haben bereits 124'000 Hektar Land verwüstet und mehr als 200 Häuser zerstört. Am Donnerstag erleichterten zwar kühlere Temperaturen die Löscharbeiten, wegen heftiger Winde wurde aber für zwei Brände die höchste Alarmstufe ausgerufen.

Einen der grössten der noch 70 lodernden Brände im Südosten des Kontinents hatte die Armee bei einer Schiessübung durch explodierende Munition ausgelöst. Generalleutnant Mark Binskin entschuldigte sich im Namen der Streitkräfte. Auf die Armee könnten Kompensationsforderungen zukommen.

Helfer retten verletzte Tiere

Bei den Buschbränden wurden auch zahllose Tiere getötet oder verletzt. Freiwillige Helfer suchten am Donnerstag abgebranntes Buschland westlich von Sydney ab, um verletzte Kängurus, Koalas und andere Beuteltiere zu bergen, wie die Tierschutzorganisation WIRES mitteilte.

Die Hilfsbereitschaft der Menschen sei «überwältigend», sagte die Zoologin Anna Felton, die als freiwillige Wildtierpflegerin für WIRES arbeitet. Sogar Menschen, deren Häuser niedergebrannt seien, hätten sich an der Rettungsaktion für die Tiere beteiligt. Zuletzt konnten ihren Angaben zufolge vor allem Opossums, Vögel und einige Wallabys geborgen werden.

Die Tierschützer fürchten allerdings, dass insgesamt nur wenige Wildtiere die Feuer überlebt haben. Sie hätten oft schwere Verletzungen, sagte Felton. Neben Brandwunden an Pfoten und Schnauzen litten die meisten Tiere unter Dehydrierung und Rauchvergiftungen.

Gore sieht Verbindung zu Klimawandel

Der ehemalige US-Vizepräsident Al Gore mischte sich unterdessen in die Diskussion über einen Zusammenhang von Klimawandel und Buschbränden in Australien ein. Buschbrände seien ein «natürliches» Phänomen, sagte Gore, der für seinen Bemühungen im Kampf gegen den Klimawandel den Friedensnobelpreis erhielt, dem Sender ABC. Es sei aber wissenschaftlich erwiesen, dass die Brände bei steigenden Temperaturen und zunehmender Trockenheit «gefährlicher» würden.

Australiens Premierminister Tony Abbott hatte zuvor eine ähnliche Argumentation der Leiterin des UNO-Klimasekretariats Christiana Figueres als «Blödsinn» zurückgewiesen. Die Brände seien «nicht Teil des Klimawandels, sie sind Teil des Lebens in Australien», sagte Abbott, dessen Regierung die CO2-Steuer abschaffen will, um die mächtige australische Bergbauindustrie zu entlasten.

sda/AP/chk

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