Zum Hauptinhalt springen

Luftbild zeigt Ausmass der Explosion

Rettungsmannschaften finden in Tianjin einen Überlebenden, doch ansonsten nur Leichen. Neue Aufnahmen lassen das Ausmass der Katastrophe zumindest erahnen.

Verseucht: Rettungskräfte versuchen nahe dem Unglücksort in Tianjin mit Chemikalien kontaminiertes Wasser zu entfernen (19. August 2015).
Verseucht: Rettungskräfte versuchen nahe dem Unglücksort in Tianjin mit Chemikalien kontaminiertes Wasser zu entfernen (19. August 2015).
Reuters
Die Luftaufnahmen zeigt ein riesiges Loch am Unglücksort in der chinesischen Stadt Tianjin. (15. August 2015)
Die Luftaufnahmen zeigt ein riesiges Loch am Unglücksort in der chinesischen Stadt Tianjin. (15. August 2015)
EPA, Keystone
Die Flammen gingen auf Gebäude und Autos über. (12. August 2015)
Die Flammen gingen auf Gebäude und Autos über. (12. August 2015)
AFP
1 / 27

Auch drei Tage nach den verheerenden Explosionen im Hafen der nordostchinesischen Millionenstadt Tianjin ist die Lage nicht unter Kontrolle. Aus Furcht vor einer Verbreitung giftiger Chemikalien ordneten die Behörden am Samstag die Räumung aller Häuser in einem Umkreis von drei Kilometern rund um den Unglücksort an. Staatsmedien und Augenzeugen berichteten von weiteren Explosionen. Die Zahl der Opfer stieg auf 104, mehr als 720 Menschen wurden verletzt. Unter den Opfern seien mindestens 21 Feuerwehrleute. Von mehreren fehle weiter jede Spur.

Damit ist das Unglück für chinesische Feuerwehrleute das schlimmste in mehr als sechs Jahrzehnten. Wütende Familienangehörige von vermissten Feuerwehrleuten stürmten die Pressekonferenz der Regierung und forderten mehr Informationen.

Staatsmedien berichteten, in dem Lager, in dem es in der Nacht zum Donnerstag zu einem Brand gekommen war, seien 700 Tonnen hochgiftiges Natriumzyanid aufbewahrt gewesen – 70-mal mehr als eigentlich vorgesehen.

Rettungsmannschaften durchkämmten die Ruinen der niedergebrannten Gebäude rund um das Lagerhaus für Gefahrenstoffe und entdeckten dabei einen weiteren Überlebenden. Mit Gasmasken ausgerüstete Soldaten zogen ihn am Samstag aus einem Schiffscontainer, wie Staatsmedien berichteten.

Metallischer chemischer Gestank

Polizei und Militär richteten gleichzeitig Kontrollpunkte in einem Radius von drei Kilometern rund um den Unglücksort ein und riegelten die Gegend ab, während das gefährliche Natriumzyanid beseitigt werden sollte. Über der Unglücksstelle flogen Hubschrauber. In der Luft lag ein metallischer chemischer Gestank, immer wieder kam es zu weiteren Explosionen und auf dem ganzen Gelände waren noch Brände zu sehen. Papst Franziskus betete vor Tausenden auf dem Petersplatz in Rom für die Opfer und Angehörigen.

Die Metropole Tianjin hat rund 15 Millionen Einwohner und liegt knapp 120 Kilometer östlich von Peking. Sie gilt als einer der wichtigsten Häfen der Volksrepublik.

SDA/woz

Dieser Artikel wurde automatisch aus unserem alten Redaktionssystem auf unsere neue Website importiert. Falls Sie auf Darstellungsfehler stossen, bitten wir um Verständnis und einen Hinweis: community-feedback@tamedia.ch