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Männer ohne Bart können «unanständige Gedanken» auslösen

Ein islamischer Prediger warnt in einer TV-Sendung vor Männern ohne Bart.

Er soll sich sogar die Beine rasieren: Cristiano Ronaldo bei seiner Wahl zum Weltfussballer im Oktober 2017 in London.
Er soll sich sogar die Beine rasieren: Cristiano Ronaldo bei seiner Wahl zum Weltfussballer im Oktober 2017 in London.
Andy Rain, Keystone

Eine ordentliche Glattrasur lässt Murat Bayaral die Haare zu Berge stehen. Der islamische Prediger hat am Samstag in einem religiösen TV-Sender in der Türkei zum Rundumschlag gegen glattrasierte Männer ausgeholt. Männer ohne Bärte könnten «nicht von Frauen unterschieden werden», wird der Gottesmann in der «Hürriyet Daily News» zitiert.

Murat Bayaral während seiner Rede bei einem privaten TV-Sender. (Bild: dailymail.co.uk)

Besonders strenggläubige Islamisten lassen sich den Vollbart wachsen und trimmen nur den Oberlippenbart – gemäss Überlieferungen soll der Prophet Mohammed so ausgesehen haben.

«Männer sollten sich einen Bart wachsen lassen. Er ist einer von zwei Körperteilen, die sie von Frauen unterscheidet», so Bayaral weiter. Der Prediger befürchtet, dass man Männer mit langen Haaren von Weitem für eine Frau halten könne, wenn sie keinen Bart tragen, «denn heutzutage tragen Männer und Frauen ähnliche Kleidung. Gott behüte, man könnte von unanständigen Gedanken besessen werden!»

Druck ohne rechtliche Zwänge

Magdalena Kirchner, eine Mitarbeiterin am Istanbul Policy Centre, hat dazu Stellung genommen. Ausbrüche wie Bayarals seien keine Seltenheit. In der Türkei wiederholten sich Debatten über Frömmigkeit und Bescheidenheit häufig, sagte sie gegenüber «Newsweek».

Kirchner fügte hinzu, dass die Überzeugungen von Bayaral die Absicht der türkischen Regierung enthüllten, einen Druck gegen eine säkulare Lebensweise zu erzeugen, ohne rechtliche Zwänge durchsetzen zu müssen.

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