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«Man will die Angehörigen nicht mehr länger hinhalten»

Der malaysische Premier verwirrt: MH 370 sei abgestürzt, es gebe keine Überlebenden. Warum kommt er jetzt mit dieser Information, ohne einen Beweis vorzulegen? Dazu Asien-Kennerin Manuela Kessler.

Warum sagt der malaysische Premier jetzt, die Maschine sei abgestürzt, ohne ein Beweisstück vorzulegen? De facto ist die Beweislage noch genauso dünn wie vorher. Diese Information ist vermutlich vor allem an die Angehörigen der Passagiere von MH 370 gerichtet. Man will sie nicht mehr länger hinhalten. Es hatte in den letzten Tagen ja regelrechte Aufstände der Angehörigen in Peking gegeben.

Wenn kein Beweisstück vorgelegt wird, hätte man das auch vor zwei oder drei Tagen sagen können – oder erst in drei Tagen. Das Ganze wirkt beliebig. Das entspricht dem bisherigen Bild, das die malaysischen Behören boten: Es geht ihnen darum, ja keine Fragen über die eigenen Versäumnisse und Verfehlungen aufkommen zu lassen.

Welche Verfehlungen? Durch das Günstlingssystem in Malaysia kommen Leute an Positionen, die sie aufgrund ihrer Qualifikationen nie und nimmer besetzen dürften. Die bisherige Suche nach MH 370 war ein Debakel für sich.

Es ist doch fahrlässig, nach so langer Zeit der Suche einen neuen Stand der Erkenntnisse zu vermelden, ohne Fakten und Beweise zu liefern. Für unser Verständnis kann man das so sehen. Für die Trauerarbeit der Angehörigen ist es vermutlich hilfreich. Bislang konnten sie alles leugnen oder ablehnen, was auf das Schlimmste hindeutete. Nun sind sie damit konfrontiert und der Trauerprozess kann beginnen.

Hat China allenfalls Druck auf Malaysia gemacht, heute offiziell den Absturz zu vermelden und mitzuteilen, dass es keine Überlebenden gibt?

Ja, das kann ich mir vorstellen.

Was verändert sich durch die neuen Informationen?

Für diejenigen, die nach Fakten suchen, noch nichts. Für die malaysische Regierung mag das eine Erleichterung sein. Es fällt etwas Druck auf die Regierung weg.

(Die Fragen stellte Matthias Chapman)

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